Wollschwein Selma oder Ein Plädoyer für die Erhaltung der Artenvielfalt
Der Newsletter 3/07 von Esperanza

Liebe Freundinnen und Freunde der tierunterstützten Pädagogik!

Im Zuge der Vorbereitungen für unseren Tag der offenen Tür haben wir alle unsere Tiere bildlich wie textlich porträtiert und die Beschilderungen der Gehege neu gestaltet. Dabei wurden wir wieder einmal daran erinnert, wie einzigartig und außergewöhnlich jede Tierart für sich ist. Unsere Tiere versetzen uns ins Staunen, bereichern und inspirieren uns. Je mehr wir über sie wissen und uns mit ihnen beschäftigen, desto stärker fühlen wir uns mit ihnen verbunden.

Und so berührt es uns auch sehr, dass unsere „schwalbenbäuchige Mangalitza“ Selma – ein ungarisches Wollschwein – als eine der Letzten ihrer Art auf der „Roten Liste der gefährdeten Haustiere“ zu finden ist. Das Artensterben betrifft eben nicht nur exotische Tiere in entlegenen Regionen. Schenkt man den ÖkologInnen Glauben, so müssen wir uns in den nächsten Jahrzehnten von Tierarten verabschieden, von denen wir nie gedacht hätten, dass sie irgendwann einmal nicht mehr auf dieser Welt zu finden sein könnten. Mit ihnen gehen auch zahlreiche Chancen und Möglichkeiten, von anderen Lebewesen zu lernen, für sie zu empfinden und mit ihnen zu fühlen, für uns und unsere Nachfahren für immer verloren.

Wie gerade unser Projekt Pflegemensch beweist, sind solche Spiegelbeziehungen jedoch in einer unnachahmlichen Weise gerade für uns Menschen heilsam.

Unsere Ambitionen gehen daher weit über die Belange der tierunterstützten Jugendwohlfahrt hinaus. Für Menschen und Tiere lebenswerte Bedingungen zu schaffen und zu bewahren, auch dies ist Teil des Esperanza-Prinzips! Martina Kotzina und das Team von Esperanza

P.S.: Wenn Sie daran interessiert sind, den Esperanza Newsletter regelmäßig zu erhalten, tragen Sie sich doch bitte in unseren Verteiler ein.


Themen im September 2007
E  Unsere Erfolge des Sommers
S  Rückblick: Tag der offenen Tür
P  Esperanza-Lehrgang: Termine und Frühbucherbonus
E  Anhänger gesucht!
R  Die Katzen von Shedwan
A  Die Geschichte der Mangalitzas
N  Arche Austria
Z  Buchrezension: Pflanzen, Tiere, Wind und Meer
A  Wichtig: Rechtliche Hinweise


Unsere Erfolge des Sommers

Wo Kinder, Jugendliche, Erwachsene und auch Tiere jeder Altersstufe aufeinander treffen, ist immer viel los. Daher ist die größte Erfolgsmeldung wohl die, dass uns diesen Sommer viel Gutes und kaum Schlimmes widerfahren ist. Wir hatten viele Gründe zu feiern: Claudia hat ihre Lehrabschlussprüfung geschafft und ist nun ausgebildete Tierpfleger/in auf der Suche nach neuen Herausforderungen, und auch die Betreuerinnen Ulla und Eva haben ihr Studium erfolgreich beendet. Während unserer Urlaubszeit in Ägypten haben Kevin und Martina die „Open Water Diver“-Tauchprüfung abgelegt, alle anderen haben das Schnuppertauchen genossen. Wir haben eine Theatergruppe gegründet und unsere erste Aufführung mit Bravour gemeistert. Zwei unserer Jugendlichen wurden in einen neuen Lebensabschnitt „entlassen“, sind aber selbstverständlich immer willkommene Gäste! An einem lauen Sonntagabend durften wir bei der Geburt des Eseljungen Benjamins dabei sein und das alte Tipi, das der Sturm zerstört hat, ist nun durch ein neues ersetzt und im Rahmen der Ferienaktion auch eingeweiht worden!

Website: www.esperanza.at > Leben am Hof > Fotogalerie

Rückblick: Tag der offenen Tür

Der 14. September war ein wunderschöner Spätsommertag. Zahlreiche Gäste (unter anderem auch Landesrat Emil Schabl) nahmen unsere Einladung an, ließen sich über den Hof führen, genossen unsere künstlerischen Einlagen und das vegetarische Chili, das selbst „Eingefleischte“ überzeugen konnte. Sehr erfolgreich war auch der von unseren Kindern und Jugendlichen organisierte Flohmarkt, mit dessen Einnahmen sie nun unserem tschechischen Warmblut Hubert eine Therapie finanzieren, die seine starken Rückenprobleme lindern soll.

Mittlerweile steht auch fest, dass dem Auftritt unserer Theatergruppe (das Stück hieß übrigens „2 Matsch“ > too much), bei dem ganz ungeahntes Potential der Esperanzianer zu Tage getreten ist, noch weitere folgen werden. Die Theaterpädagogin Mag. Dagmar Ransmayr hat sich bereit erklärt, die Theaterarbeit mit uns fortzusetzen.

Herzlichen Dank auch an unsere vielen HelferInnen und SponsorInnen, die mit ihrem Einsatz vieles möglich gemacht haben, das ohne sie weder finanzier- noch organisierbar gewesen wäre!

Auf unserer Website finden Sie zahlreiche Fotos zum Tag der offenen Tür und aktuelle Informationen zu unserem Angebot. Bitte denken Sie daran: Jede Ihrer Spenden hilft und bringt uns näher an unsere hoch gesteckten Ziele: Verein zur Unterstützung von Esperanza, Sparkasse Wieselburg BLZ 20257, Kontonummer: 0410-051650. DANKE!

Esperanza-Lehrgang: Termine und Frühbucherbonus

Es ist eine Sache, das Esperanza-Prinzip in seiner Bedeutung zu verstehen und anzuerkennen, doch eine völlig andere, es konsequent in der täglichen tierunterstützten pädagogischen Arbeit zur Anwendung zu bringen. Daher haben wir den berufsbegleitenden Esperanza-Lehrgang konzipiert, der allen Interessierten über Grundlagen und Hintergründe unserer Arbeit hinaus zentrales Wissen zur praktischen Umsetzung des Esperanza-Prinzips in tierunterstützten Projekten und Einrichtungen der Jugendwohlfahrt vermitteln soll.

Start: Frühjahr 2008 Modul 1: 15.-16.03.2008 Modul 2: 26.-27.04.2008 Modul 3: 22.-25.05.2008 (!) = viertägige Tour mit Tieren (inkludiert Nächtigung + Verpflegung) Modul 4: 14.-15.06.2008 Modul 5: 28.-29.06.2008

Bei Anmeldung bis 31.12.2007 gilt der Frühbucherbonus: € 1.800,— (inkl. 20% Ust).

Anhänger gesucht!

Unser Fuhrpark braucht Verstärkung, auch wenn das für uns schwer zu finanzieren ist. Wir befinden uns dringend auf der Suche nach einem großen Anhänger, mit dem wir unsere Tiere (auch unsere Esel und Pferde) transportieren können (etwa wenn es um Trekking-Touren oder Fahrten in die Uniklinik nach Wien geht) und nach einem kleinen Anhänger, mit dem wir Übersiedelungsaktionen und kleinere Materialtransporte bewältigen können!

Die Katzen von Shedwan

Unser vom Reiseveranstalter ETI gesponserter Urlaub in Hurghada/Ägypten führte uns im August in die Wüste, in orientalische Kaffeehäuser und auch nach Kairo, aber vor allem in eine tolle Tauchschule, in der wir hervorragend betreut wurden (www.aphrodite-diving-center.com), und in ein Hotel, in dem sich ganz offensichtlich neben den Gästen auch Hunderte von Katzen besonders wohl fühlen: Im Shedwan Golden Beach werden sie nicht (wie sonst meist üblich) verjagt. Einige tierliebende TouristInnen reisen gar mit Trockenfutter im Gepäck an. Dass Esperanzianer überall gebraucht werden, bewies uns eine Mutterkatze, die ihre Jungen ins Zimmer der Mädels brachte, wo sie auch liebevoll aufgenommen wurden ...

Linktipp: Hilfe für Straßenkatzen und -hunde in Hurghada:www.bluemoon-animalcenter.com

Die Geschichte der Mangalitzas

Die Mangalitza zählt zu den ältesten europäischen Schweinerassen. Besonders stark verbreitete sich die Rasse im 19. Jahrhundert im Kerngebiet der Österreichisch-Ungarischen Monarchie. Man züchtete die Mangalitzas auf Weidetauglichkeit, sie gelten als stress- und krankheitsresistent. Die für das Wollschwein namensgebende Wolle schützt die Mangalitzas vor extremen Temperaturen. Da die Schweinefleisch-„VerbraucherInnen“ nach dem Zweiten Weltkrieg neue Vorlieben entwickelten und immer stärker fettarmes Fleisch bevorzugten, ging die Zahl der Züchter und damit auch der Tiere rasant zurück. Durch internationale Kooperationen versucht man heute den kleinen Restbestand der Mangalitzas zu erhalten. Ein Säugetierbestand gilt dann als gefährdet, wenn er unter die Zahl von 1000 sinkt. Ist der Bestand gar geringer als 200 Tiere, gilt er als akut vom Aussterben bedroht. Heute gibt es Mangalitzas noch in drei Farbvarianten: „schwalbenbäuchig“, „blond“ und „rot“. Die schwarzen und wildfarbenen Mangalitzas sind bereits ausgestorben!

Links zum Thema: www.mangalitza.at

Arche Austria

Was haben das Kärntner Brillenschaf, die Pinzgauer Strahlenziege und die schwalbenbäuchige Mangalitza gemeinsam? Sie stehen alle auf der „Roten Liste gefährdeter Haustierrassen“. Allein in Österreich ist die Rede von über 20 alten, bodenständigen Rassen, die vom Aussterben bedroht sind. Bis vor wenigen Jahrzehnten prägten sie das Bild auf den heimischen Bauernhöfen – nun sind sie durch die moderne Hochleistungszucht „unwirtschaftlich“ geworden. Der „Verein zur Erhaltung gefährdeter Haustierrassen“, der sich seit März 2007 „Arche Austria“ nennt, kämpft für diese Tiere.

Artenvielfalt heute für das Leben von morgen! Linktipp: www.vegh.at

Buchrezension: Pflanzen, Tiere, Wind und Meer

Wie erklärt man kleinen Kindern, wie sich unsere Welt verändert, was ihr nützt und was ihr schadet? Wie vermittelt man Umweltbewusstsein und Eigenverantwortung? Dieses liebevoll illustrierte Kinderbuch mit zahlreichen Klappen liefert eine Grundlage für Gespräche über Themen, die uns alle angehen. Nichts wird verschwiegen, vieles erklärt und vor allem gibt es einige spannende Antworten auf die Frage: Was können wir tun? Besondere Überraschung: Das Umweltwürfelspiel. Spielsteine und Würfel werden in einem Kuvert auf der letzten Seite des Buches aufbewahrt. Für Kinder im Kindergarten- und Volksschulalter.

Brownjohn, Emma. Pflanzen, Tiere, Wind und Meer. Meine Umwelt mag ich sehr. Verlag Gabriel, 2007.

Weitere Mediaempfehlungen finden Sie unter „Mediainfos“ auf unserer Website.

WICHTIG: Rechtliche Hinweise > Newsletter 4/07 von Esperanza – Bitte anmelden!

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IMPRESSUM
Medieninhaberin: ESPERANZA, Mag. Martina Kotzina – Redaktion: viennAventura, Mag. Priska Steger

Die Infos wurden sorgfältig ausgewählt. Es wird jedoch keine Haftung übernommen. Verwendung des „ESPERANZA NEWSLETTER“ (erscheint mehrmals jährlich mit Informationen, Terminen und Veranstaltungen von Esperanza im Rahmen der tierunterstützten Pädagogik) über den privaten Gebrauch hinaus bitte ausschließlich nach Rücksprache.

© ESPERANZA – Zentrum für tiergestützte Pädagogik
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