Nicht nur der Mensch ist nicht gern allein oder Einsame Meerschweinchen
Der Newsletter 6/08 von Esperanza

Liebe Freundinnen und Freunde der tierunterstützten Pädagogik!

Bald weihnachtet es, da ist das Thema „Einsamkeit“ hoch im Kurs. Das bringt so manche auf die Idee, die menschliche Wärme gegen die „tierische“ tauschen zu wollen. Doch kein Tier soll einen positiven Umgang mit Menschen ersetzen. Und Tiere haben auch eigene „artgemäße“ Bedürfnisse.

Aus diesem Grund darf in der Schweiz seit einigen Monaten ein Meerschweinchen nicht mehr allein im Käfig gehalten werden. Denn Meerschweinchen leben in der freien Natur in Gruppen zusammen, alleine sind sie (etwaige Ausnahmen bestätigen die Regel) unglücklich. Artgerecht zu leben bedeutet demnach auch, Kontakt zu Artgenossen zu haben. Das gilt für Menschen wie für Tiere.

Dass ein Land diese (Tierschutz-)Bedingungen so streng verordnet wie die Schweiz ist völlig neu (auch die SchweizerInnen selbst müssen sich erst daran gewöhnen). Das Gebot der Gruppenhaltung erstreckt sich übrigens auch auf Kaninchen, Vögel (Wellensittiche!), Goldfische, Pferde. Auch der Mindestwohnraum wurde in der Schweiz festgelegt: Ein Meerschweinchen-Pärchen benötigt mindestens einen halben Quadratmeter. Mindestens – wohlgemerkt. Wird es eng, gibt es Streit. Auch zu Weihnachten. Das gilt für Menschen wie für Tiere.

Die SchweizerInnen werden künftig länger überlegen, ob sie sich ein Haustier anschaffen wollen und wie sie es zu behandeln haben. Wir finden, das sollten auch die ÖsterreicherInnen tun. Wären wir Meerschweinchen, würden wir ganz gewiss nicht gerne kurz nach Weihnachten im Tierheim landen ...

Wir wünschen allen unseren LeserInnen angenehme Adventwochen, friedliche Feiertage und AUCH viel Kontakt mit passenden Art- und Zeitgenossen,
Martina Kotzina und das Team von Esperanza

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Themen im November 2008
E  Sommererinnerungen
S  „Europäische Freiwillige“ – Kaija aus Estland
P  Esperanza-Lehrgang 2009
E  Love Tour
R  aktion:schaf von Willfriede
A  Welcher Fisch darf auf den Tisch?
N  Im Rückblick: Mensch & Tier Kongress 08 und TAT-Symposium 08
Z  Buchrezension: Handbuch der Tiergestützten Intervention
A  Wichtig: Rechtliche Hinweise


Sommererinnerungen (von Sabine Ziegelwanger)

„Europäische Freiwillige“ – Kaija aus Estland

Kaija hat ihren EU-Einsatz bei uns über das EFD-Programm angetreten. Der „Europäische Freiwilligendienst“ ist eine Aktion des EU-Programms „Jugend in Aktion“: Junge Menschen im Alter zwischen 18 und 30 Jahren können 6 bis 12 Monate lang bei einem gemeinnützigen Projekt im Ausland mitarbeiten. Dieses stellt Unterkunft und Verpflegung bereit, aus EU-Mitteln werden Reisekosten, Taschengeld, Versicherung und auch ein Sprachkurs finanziert.

Wir sind sehr glücklich, dass Kaija bei uns ist. Unsere Kinder und Jugendlichen erfahren von ihr viel über
„Eesti“, das nördlichste Land des Baltikums und lernen estländische Speisen und Sitten kennen. Anfangs konnten alle im Gespräch mit Kaija auch ihre Englisch-Kenntnisse verbessern, mittlerweile lernt Kaija auch intensiv Deutsch, um uns auch in unserer eigenen Sprache immer besser zu verstehen.

Kaijas Bericht über ihre Esperanza-Erfahrungen finden Sie in unserer Website-Rubrik „Newsticker“, mehr Infos über EFD unter www.akzente.net und über andere Freiwilligenprojekte unter: www.sci.or.at

Esperanza-Lehrgang 2009

Wenn Sie noch vor Jahresende Ihre Teilnahme am Esperanza-Lehrgang 2009 bestätigen und fix buchen können, zahlen Sie nur € 1.000,— + 20% Ust. (= Frühbucherbonus!)

Modul 1: 18.4. – 19.4.2009
Modul 2: 15.5. – 17.5.2009 (Achtung: Geänderter Termin!) = dreitägige Tour mit Tieren (inkl. Nächtigung und Verpflegung)
Modul 3: 6.6. – 7.6.2009

Auch 2009 bieten wir wieder Infonachmittage an, um Interessierten die Gelegenheit zu bieten, das Esperanza-Projekt in Augenschein zu nehmen: Wir führen Sie über den Hof, stellen Ihnen unsere vielen Tiere und deren Geschichten vor und gehen selbstverständlich auch gerne auf Ihre Fragen ein. Bitte unter info@esperanza.atunbedingt rechtzeitig voranmelden! Termine 2009 auf unserer Website unter „Termine und Veranstaltungen“.

Love Tour

Da bei unseren Jugendlichen die Themen Liebe, Sexualität, „Das erste Mal“, Verhütung etc. auch aus altersbedingten Gründen eine große Rolle spielen, halten wir es für besonders wichtig, diesbezügliche Unklarheiten, Sorgen und Ängste klar anzusprechen. Und zwar mit der Unterstützung von LOVE TOUR: Am 6.12.2008 können unsere Kids daher an einem von Sexualpädagoginnen gehaltenen Workshop rund ums Thema „berühren & verführen“ teilnehmen. Gewiss steht ihnen ein spannender, aufschluss- und diskussionsreicher Nachmittag bevor.

Das sexualpädagogische Jugendaufklärungsprojekt wird in Ober- und Niederösterreich angeboten. Nähere Infos und virtueller Busrundgang unter: www.lovetour.at

aktion:schaf von Willfriede

Schafe haben mitunter ein schlechtes Image („schwarzes Schaf“); sie sind nicht nur eigenwollig sondern auch eigenwillig. Im Rahmen des „Willfriede“-Friedensprojekts der Jugendinfostelle wienXtra ergeht der Aufruf, das Besondere der Schafe als Grafik, Foto oder Zeichnung festzuhalten und durch eine kurze „Schaf-Biografie“ zu ergänzen. Mitmachen können alle, die Schafe gern haben und zwischen 13 und 25 Jahre jung sind. Ausgewählte „Schafswerke“ werden zu Postkarten „fair-arbeitet“ und mit dem Schafskrimi „Glennkill“ von Leonnie Swan belohnt.

Zusendungen bis spätestens Februar 2009 an: willfriede@wienXtra.at (www.willfriede.at)

Welcher Fisch darf auf den Tisch?

Gerade in der kalten Jahreszeit und zu Weihnachten steht Fisch besonders häufig am Speiseplan. Doch die Ressourcen der Meere werden übermäßig ausgebeutet, das Wasser ist verstrahlt und verdreckt. Wahllos wird alles gefangen, was im Meer schwimmt, das meiste geht als „Beifang“ tot oder halbtot wieder über Bord.

Welcher Fisch darf unter solchen Umständen noch auf den Tisch?
Fisch-Facts von Greenpeace: www.greenpeace.de/themen/meere/fischerei

Im Rückblick: Mensch & Tier Kongress 08 und TAT-Symposium 08

Mit zwei Vorträgen war Esperanza dieses Jahr auch auf internationalen Tagungen vertreten: Ausgangspunkt dafür waren die Arbeitshypothesen und Ergebnisse der Diplomstudie von Regina Gutbrunner über „Tiergestützte Pädagogik in der stationären Arbeit mit Kindern und Jugendlichen am Beispiel sozialpädagogischer Wohneinrichtungen“, in der Esperanza als eine von drei tiergestützten Einrichtungen in Österreich präsentiert und bewertet wurde. Martina Kotzina kommentierte und ergänzte die Ergebnisse der Studie aus Sicht der Einrichtung.

Allgemein lässt sich bemerken: So interessant viele Beiträge und Projektvorstellungen beider Veranstaltungen waren, so ist es doch bedauerlich, dass so wichtige Themen der Rahmenbedingungen und Qualitätssicherung tiergestützter Pädagogik (finanzielle, organisatorische und rechtliche Voraussetzungen) auf zu wenig Resonanz beim Publikum stießen.

Buchrezension: Handbuch der Tiergestützten Intervention

Für diejenigen, die sich aktuell in einer tiergestützten Ausbildung befinden und sich in gleichem Maße für ihre theoretischen Grundlagen (Teil I) wie auch für ihre praktischen Einsatzmöglichkeiten (Teil II) interessieren, ist dieses Buch ein kompaktes Taschenbuch-Nachschlagewerk, das einen schnellen und umfassenden Überblick liefert. Allen anderen (erfahreneren TherapeutInnen) sei es als aktuelle Erweiterung der hauseigenen Bibliothek ans Herz gelegt – auch wenn die AutorInnen Esperanza als Österreichs erstes Zentrum für tiergestützte Pädagogik in der freien Jugendwohlfahrt im Kapitel „Tiergestützte Aktivitäten in unterschiedlichen Praxisfeldern“ übersehen haben.

Vernooij, Monika A. / Silke Schneider
Handbuch der Tiergestützten Intervention. Grundlagen – Konzepte – Praxisfelder
Quelle & Meyer Verlag, 2008

Weitere Mediaempfehlungen finden Sie unter „Mediainfos“ auf unserer Website.

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IMPRESSUM
Medieninhaberin: ESPERANZA, Mag. Martina Kotzina – Redaktion: viennAventura, Mag. Priska Steger

Die Infos wurden sorgfältig ausgewählt. Es wird jedoch keine Haftung übernommen. Verwendung des „ESPERANZA NEWSLETTER“ (erscheint mehrmals jährlich mit Informationen, Terminen und Veranstaltungen von Esperanza im Rahmen der tierunterstützten Pädagogik) über den privaten Gebrauch hinaus bitte ausschließlich nach Rücksprache.

© ESPERANZA – Zentrum für tiergestützte Pädagogik
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