Blaue Zungen oder Im Widerstand gegen die Zwangsimpfung
Der Newsletter 1/09 von Esperanza

Liebe Freundinnen und Freunde der tierunterstützten Pädagogik!

Ähnlich wie vor einigen Jahren schon die Vogelgrippe hat in den letzten Monaten die Blauzungenkrankheit in Österreich für ein heftiges Rauschen im Blätterwald der Medien gesorgt. Sie ist eine virale Infektionskrankheit, die bei Wiederkäuern wie z.B. Schafen, Rindern und Ziegen auftritt, und eine anzeigepflichtige Tierseuche. Allerdings besteht für den Menschen keine Ansteckungsgefahr, eshalb der Vergleich mit der Vogelgrippe doch etwas hinkt. Auch die Infektionswege sind andere, die Blauzungenkrankheit wird von Stechmücken – den so genannten „Gnitzen“ – übertragen.

Wie auch immer. Es herrscht Panik. Prompt wurde von ganz oben die Zwangsimpfung gegen Blauzungenkrankheit verordnet, obwohl die gesundheitlichen Folgeschäden der Impfungen bei den Tieren noch nicht ausreichend erforscht waren. Wer trotz aller Bedenken, die da auftreten, nicht demnächst impfen lässt, macht sich aber straffällig. Und es sind wirklich viele Fragen, die sich da den kritischen TierhalterInnen aufdrängen: Ist diese Impfung wirklich nötig? Wie steht es um die Nebenwirkungen? Wer haftet bei Folgeschäden? Mit welchen Kosten ist zu rechnen? Welche Rolle spielen da die Pharmafirmen? Wer verdient an den Impfungen? Wie steht es um die Demokratie? Was ist das Beste für die Tiere?

Diese Fragen wurden von den VertreterInnen des Gesundheitsministeriums nicht zufriedenstellend beantwortet, sonst hätten nicht so viele Menschen im Land zum zivilen Ungehorsam aufgerufen. Auch wir haben uns nach reiflicher Überlegung entschieden, eine Erklärung zu unterschreiben, die besagt, dass wir noch mit einer umfassenden Prüfung der Thematik befasst sind und bis Ende März 2009 einer Impfung ausdrücklich nur dann bzw. nur unter der Bedingung zustimmen, dass der zuständige Veterinär „eine Impfbescheinigung im Sinne seiner persönlichen Haftungsübernahme unterzeichnet“ und uns dieses Dokument im Original überlässt. So empfohlen vom Verein „Schöpfungsverantwortung Tier und Mensch“. Lesen Sie mehr über diesen Verein in unserem Newsletter.

Wir sind dankbar für jede Information, die uns eine klare Entscheidung für oder gegen die Impfung ermöglicht. Denn wir wissen natürlich: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Auch wir werden uns spätestens Ende März entscheiden müssen. Und von unserer Entscheidung hängt das Wohl unserer Tiere ab. Das ist eine große Verantwortung.

Wir freuen uns, Sie mit unseren Themen auch dieses Jahr begleiten zu dürfen.
Mit herzlichen Grüßen,
Martina Kotzina und das Team von Esperanza

P.S.: Wenn Sie daran interessiert sind, den Esperanza Newsletter regelmäßig zu erhalten, tragen Sie sich doch bitte in unseren Verteiler ein.


Themen im Jänner und Februar 2009
E  Verein „Schöpfungsverantwortung Tier und Mensch“
S  Julia und ihre Probematura
P  Immer noch Hof für das Landwirtschaftsprojekt gesucht!
E  Esperanza Lehrgang 2009: Noch Plätze frei!
R  Niederösterreich eröffnet die Jagd auf harmlose Greifvögel!
A  Jiaogulan verspricht ein langes Leben
N  Stimmen aus dem Wald
Z  Buchrezension: Schwarzbuch Wasser
A  Wichtig: Rechtliche Hinweise


Verein „Schöpfungsverantwortung Tier und Mensch“

Am 30.12.2008 wurde in Oberndorf bei Salzburg der Verein „Schöpfungsverantwortung Tier und Mensch“ von Bäuerinnen und Bauern und KonsumentInnen als Initiative zur Impfverweigerung gegründet. Obmann ist Sepp Ortner, Biobauer in Ranshofen, Oberösterreich. Weiters im Vorstand vertreten sind u.a. VertreterInnen der IG Milch, der Bioverbände, der Grünen Bäuerinnen und Bauern, der „INITIATIVE Information-Natur-Gesellschaft“ sowie der Österreichischen Bergbauern/bäuerinnenvereinigung. Der Verein soll auch zur Plattform für KonsumentInnen werden, die keine Produkte von geimpften Tieren konsumieren wollen und die Bauern und Bäuerinnen durch die Mitgliedschaft oder Mitarbeit bei der Impfverweigerung unterstützen können. Auf der Website www.tier-mensch.at finden Sie viele Informationen und Formulare, die in Zusammenhang mit der Impfung gegen die Blauzungenkrankheit stehen.

Der Verein möchte vor allem folgende Ziele erreichen:
1) Straffreiheit für jene, die sich dagegen entscheiden
2) Freiwilligkeit der Impfung
3) Anerkennung und Erforschung von alternativen Methoden

Die TierhalterInnen sollen selbst entscheiden können, ob sie die eigenen Tiere impfen lassen wollen oder nicht. Der Verein fordert einen offenen und fairen Dialog, bei dem die Vor- und Nachteile dieser Thematik ehrlich diskutiert werden.

Julia und ihre Probematura

Julia gehört zu den Jugendlichen in Niederösterreich, die 2008 erstmals eine neue geförderte Möglichkeit genutzt haben, eine Lehrausbildung zu machen, die mit Lehrabschlussprüfung und Matura abgeschlossen wird. Nun hat sie Anfang Jänner bereits ihre Probematura im Fach Deutsch absolviert. Zweimal die Woche besucht Julia einen Vorbereitungskurs für die tatsächliche Deutsch-Matura, zu der sie im März antreten wird. Wir wünschen ihr dafür ganz viel Glück und halten ihr die Daumen!

Mehr zur Förderung „Lehre mit Matura“ unter: www.noe.gv.at/lehremitmatura

Immer noch Hof für das Landwirtschaftsprojekt gesucht!

Wir sind nun schon seit Mleider noch nicht fündig geworden. Das Anwesen sollte sich in Einzellage befinden und vorzugsweise auf Leibrente oder per Kauf zu erwerben sein. Gewünscht sind mindestens 10 Hektar Grund mit Erweiterungsmöglichkeiten sowie ausreichend Wohnfläche, Wirtschaftsgebäude und Stallungen. Idealerweise sollte sich der Hof im maximalen Umkreis von 20 Kilometern von unserem bereits bekannten Zentrum für tiergestützte Pädagogik am Zandlberg befinden.

Bitte weitersagen! Und bitte schreiben Sie uns, wenn Sie einen Hof kennen, der zu uns passen könnte!

Esperanza Lehrgang 2009: Noch Plätze frei!

Noch haben Sie die Möglichkeit, an unserem berufsbegleitenden Esperanza-Lehrgang 2009 teilzunehmen! Erfahren Sie mehr über die Grundlagen und Hintergründe unserer Arbeit und eignen Sie sich mit unserer Hilfe zentrales Wissen zur praktischen Umsetzung des Esperanza-Prinzips in tierunterstützten Projekten und Einrichtungen der Jugendwohlfahrt an! Nähere Informationen dazu finden Sie auf unserer Website!

Termine
Modul 1: 18.4. – 19.4.2009
Modul 2: 15.5. – 17.5.2009 = dreitägige Tour mit Tieren (inkl. Nächtigung und Verpflegung)
Modul 3: 6.6. – 7.6.2009

Niederösterreich eröffnet die Jagd auf harmlose Greifvögel!

Was haben Mäusebussard und Habicht getan, dass sie zum Abschuss freigegeben werden, wie es die Niederösterreichische Landesregierung kürzlich beschlossen hat? Wie in der „Greifvogelverordnung“ nachzulesen ist, sollen sie an der Ausrottung bedrohter Tierarten beteiligt sein. Für keine der 26 bedrohten Tierarten ist jedoch laut WWF und Greenpeace eine Bedrohung durch Mäusebussard und Habicht wissenschaftlich nachgewiesen; bei 16 Arten soll es nicht einmal einen Nachweis geben, dass sie überhaupt von den beiden Greifvögeln gefressen werden!

Worum geht es also wirklich? Nicht um Naturschutz, sondern allein um die Interessen der Jagd-Lobby, so die beiden Umweltschutzverbände. Dabei nimmt man auch in Kauf, dass seltene und bedrohte Tierarten wie Seeadler oder Kaiseradler den menschlichen Jagdgelüsten zum Opfer fallen. Greenpeace ruft zum Protest gegen diese Verordnung auf. Unterstützen Sie das Anliegen? www.greenpeace.at

Jiaogulan verspricht ein langes Leben

Will man den WissenschafterInnen glauben, ist das „Unsterblichkeitskraut“ mit dem Namen Jiao Gu Lan (Jiaogulan) für die sehr hohe Lebenserwartung der Menschen in Südchina (überdurchschnittlich viele 100-jährige!) verantwortlich. Das fünfblättrige Kraut, das noch besser als Ginseng wirken soll, zählt zu den Kürbisgewächsen, ist mehrjährig und frosthart und in Haus oder Garten sehr leicht zu kultivieren. In der Traditionellen Chinesischen Medizin gilt die Pflanze mit den grün-weißlichen Blüten als Qi-Tonikum, wirkt also gegen Krankheiten, die durch Energiemangel entstanden sind.

Die bitter-süß schmeckenden Blätter können getrocknet oder frisch als Tee zubereitet werden (1 TL Kraut mit 1/4 l heißem Wasser im Aufguss zubereiten und maximal 5 Minuten ziehen lassen) oder Salaten ein exotisches Aroma verleihen.

Stimmen aus dem Wald

Wissen Sie, wie der Ruf des Steinadlers klingt oder das Brummen des Braunbären? Wie hört sich eine Gämse an oder die größte Raubkatze Europas, der Luchs? Die Österreichischen Bundesforste haben für ein Online-Spiel die Stimmen der 30 wichtigsten Wald-, Wiesen- und Seebewohner unseres Landes aufgezeichnet. Im integrierten „Lexikon“ erfahren Sie dann auch noch mehr über diese Naturbewohner. Die Stimme Ihres Lieblingstieres können Sie übrigens als Klingelton auf Ihr Handy herunterladen.

Eine schöne Idee! Im Internet unter: bundesforste.waldstimmen.at

Buchrezension: Schwarzbuch Wasser

Wasser ist ein Menschenrecht. Nichts ist so wichtig für unser Überleben wie sauberes Trinkwasser. Doch eben daran mangelt es weltweit schon heute mehr als einer Milliarde Menschen. Obwohl Meere weit mehr als die Hälfte unseres Planeten bedecken, kann von diesem Wasser nur ein minimaler Bruchteil als Süßwasser genutzt werden. Der unverantwortliche Umgang mit dem „blauen Gold“ führt zu einer kritischen Situation.

Der „Test zum persönlichen Wasserabdruck“ im Anhang zeigt: Jede(r) kann etwas tun, um die Lage zu verbessern. Das größte Einsparpotenzial liegt neben bewussten Kaufentscheidungen bei den täglichen Verrichtungen. Eine kurzweilige Einführung in ein Thema, das uns alle angeht, über das wir uns aber bislang nur wenige Gedanken machen mussten.

Katzmann, Karo. Schwarzbuch Wasser. Verschwendung, Verschmutzung, bedrohte Zukunft.
Molden Verlag, 2007

Weitere Mediaempfehlungen finden Sie unter „Mediainfos“ auf unserer Website.

WICHTIG: Rechtliche Hinweise > Newsletter 2/09 von Esperanza – Bitte anmelden!

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IMPRESSUM
Medieninhaberin: ESPERANZA, Mag. Martina Kotzina – Redaktion: viennAventura, Mag. Priska Steger

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