Mobbing, Bullying, Cyberstalking oder Was lange gärt, wird schließlich Wut
Der Newsletter 2/09 von Esperanza

Liebe Freundinnen und Freunde der tierunterstützten Pädagogik!

Die High-Tech-Revolution hat unser Leben grundlegend verändert. Jugendliche des 21. Jahrhunderts können sich ein Leben ohne Computer, Handy, Internet, Videospiele wohl kaum vorstellen. Und sie nutzen sie erfolgreich für ihre Anliegen und entwickeln auf diese Weise besondere Fähigkeiten und Interessen. Im Guten wie im Schlechten. Oft kennen sich Erwachsene mit den neuen Technologien zu wenig aus, um nachvollziehen zu können, wie der Alltag der viel Jüngeren aussieht. Daher ist es auch in vielen Familien schwierig, eine wirkliche „Kultur des Miteinanders“ zu schaffen. Die Verantwortung dafür wird abgeschoben. Lamentiert wird fleißig darüber, dass die neuen Medien „soziale Fähigkeiten“ killen: geduldiges Zuhören, Vertrauensbildung, Einfühlungsvermögen, Impulskontrolle, Zivilcourage.

All diese Fähigkeiten tragen dazu bei, in einer Gruppe bestehen zu können. Dies ist schwierig genug. Die Gruppe ist bekanntlich eine starke Macht. In diesem Zusammenhang wird der Begriff „Mobbing“ besonders häufig genannt: Oftmals selbst verunsicherte Menschen tun sich zusammen („mob“) um eine Person ihrer Umgebung zu schikanieren, die nicht den Normen der Gruppe entspricht.

Mobbing findet am Arbeitsplatz statt, in der Schule und neuerdings auch über die Kommunikationswege elektronischer Medien. Cybermobber stellen andere im Internet bloß, schicken massenhaft beleidigende Botschaften und quälen ihre Opfer zu jeder Tages- und Nachtzeit. Leider zeigen nun aktuelle Studien ganz deutlich, dass Erwachsene selten von den Mobbingerlebnissen ihrer Kinder erfahren und was noch schlimmer ist, jugendliche Opfer oft deshalb lieber schweigen, weil sie die Reaktionen der Erwachsenen noch mehr fürchten als die Angriffe selbst. Die Gefühle von Scham, Demütigung und Hilflosigkeit werden lieber versteckt. Manche Mobbingopfer revanchieren sich beizeiten – was lange gärt, wird schließlich Wut.

Ist es nicht höchste Zeit, dass auch Erwachsene aufmerksamer werden, geduldiger zuhören und mehr Offenheit, Neugier und Sensibilität für die Botschaften ihrer Kinder aufbringen?

Wir freuen uns auf einen diskussionsreichen Frühling!

Martina Kotzina und das Team von Esperanza

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Themen im März und April 2009
E  Eine Mobbing-Geschichte der 14-jährigen K.
S  Termin für Sommer-Ferienaktion 2009
P  Mama und Papa an die Tastatur
E  Walfang gegen Walschutz
R  Farmland – The Game
A  Was bringt uns der Schwarzstorch?
N  Charity: Benefizauftritt für Ubarela (Buntes Leben für Südafrikas Kinder)
Z  Buchrezension: Mobbing in der Schulklasse
A  Wichtig: Rechtliche Hinweise


Eine Mobbing-Geschichte der 14-jährigen K.

„Schulen sind eigentlich dazu da, dass Kinder und Jugendliche sich wohl fühlen. Doch an den meisten Schulen ist es anders. Dort werden Schüler verspottet, gehänselt, gemobbt und seelisch oder körperlich geschädigt. Die Opfer von Mobbing stehen ganz allein da, und ältere Schüler trauen sich nicht einzugreifen. Und die Lehrer/Lehrerinnen bekommen davon nichts mit. Es gibt drei Arten von Mobbing und alle drei machen das gleiche: Sie zerstören die Jugendlichen und Schüler seelisch und körperlich.

Ich möchte euch nun eine Geschichte erzählen von einem Mädchen, das es schwer in der Schule und auch zu Hause hatte. Dieses Mädchen namens Lisa lebte auf dem Land und ging in die 1. Klasse Volksschule. Sie wurde in den Pausen, am Schulhof, mit anderen Worten ausgedrückt, überall wo sie war, gemobbt, geprügelt, verspottet und beschimpft. Lisa wollte nicht mehr in die Schule gehen, aber ...

(Lesen Sie die Geschichte von Lisa auf unserer Website in der Rubrik Newsticker.)

Termin für Sommer-Ferienaktion 2009

Auch heuer können sich Mädchen und Burschen, die in eine schwierige Lebenslage geraten sind oder aus
pädagogischer Sicht eine intensivere Betreuung benötigen, wieder zwei Wochen lang bei uns am Zandlberg eine Pause vom Alltag nehmen und neue Energien tanken.

Und hier der Termin: 11. Juli – 25. Juli 2009.

Die Zeit in der Gruppe bietet neue Chancen für Veränderungen von Verhaltens- und Sichtweisen, der Umgang mit den Tieren stärkt das Selbstwertgefühl und lässt eigene und fremde Bedürfnisse besser erkennen.

Mama und Papa an die Tastatur

Damit Eltern auch einmal nachvollziehen können, weswegen Video-Games einen besonderen Reiz auf ihre Kinder ausüben, laden die Bundesstelle für die Positivprädikatisierung von Computer- und Konsolenspielen BuPP) und der eSport Verband Österreich (esvö) zur ersten österreichischen Eltern-LAN-Party unter fachkundiger Betreuung. Auf dem Programm stehen das äußerst beliebte First Person Shooter Counter-Strike, das Strategiespiel Command & Conquer und das Rennspiel Trackmania.

Der Workshop findet am 16. April 2009 von 17.30 Uhr bis etwa 21.00 Uhr in der Area52 in Wien Floridsdorf statt. Interessierte können sich unter www.elternLan.at anmelden.

Walfang gegen Walschutz

Einmal jährlich verhandelt die Internationale Walfangkommission IWC das Schicksal der Wale. Von Jahr zu Jahr hitziger. Eigentlich ist seit 1986 die kommerzielle Jagd auf Wale verboten. Zur eigenen Ernährung dürfen nur noch indigene Völker wie die Inuit Wale bejagen. Jedoch gibt es Sondergenehmigungen für den Fang von Walen zu „wissenschaftlichen“ und „traditionellen“ Zwecken, die Walfangstaaten immer noch zahlreiche Schlupflöcher eröffnen. Als „Beifang“ sind auch jährlich etwa 300.000 Kleinwale und Delfine betroffen, manche Arten dadurch sogar vom Aussterben bedroht. Und Norwegen, Island und Japan wehren sich gegen die Listung einiger Walarten im Washingtoner Artenschutzübereinkommen und sehen sich daher nicht an das internationale Handelsverbot mit Walprodukten gebunden.

Aktuell appelliert die Wal- und Delfinschutzkommission WDCS stärker denn je an die Öffentlichkeit, das drohende Comeback des kommerziellen Walfangs zu verhindern: www.wdcs-de.org

Farmland – The Game

Um Kindern bewusst zu machen, dass es wichtig ist mit Nutztieren respektvoll und artgerecht umzugehen, hat die Europäische Kommission ein interaktives Online-Game kreieren lassen. Auf dem virtuellen Bauernhof sollen die Spieler ihr Bestmöglichstes geben, um verantwortungsbewusste Landwirte zu werden, denen die Gesundheit und das Wohlbefinden der Tiere am Herzen liegt. Jedes Gebäude am Hof birgt besondere Herausforderungen. So gehört zum Beispiel der Virus im Kuhstall entfernt, ein Kalb gefüttert oder der Schweinestall umgebaut. Mit dem Tiertransporter geht es weiter zum Supermarkt.

Die Anweisungen sind sehr abwechslungsreich und lustig. Im Laufe des Spiels hat man zwar nicht viel Zeit, sich mit den besonderen Bedürfnissen der Tiere, dem Lebenszyklus oder der Aufzucht im Detail zu beschäftigen, Hintergrundwissen vermittelt jedoch ein Infofenster, das vor jedem Spiel erscheint.

Registrierung und Punktescores bieten die Möglichkeit zum Speichern und Wettstreiten!
www.farmland-thegame.eu

Was bringt uns der Schwarzstorch?

Wohl alle warten sehnsüchtig auf den Frühling! Nun ... wenn die ersten Schwarzstörche in Niederösterreich (etwa im Nationalpark Thayatal) landen, ist das ein sicheres Zeichen dafür, dass es endlich so weit ist. Im April beginnen die Schwarzstörche mit dem Brüten. Die Jungen schlüpfen Anfang Mai.

Der Schwarzstorch (Ciconia nigra) ist übrigens neben dem Weißstorch (Ciconia ciconia) die einzige in Europa brütende Art aus der Vogelfamilie der Störche (Ciconiidae). Er ist etwas kleiner als der Weißstorch, hat eine Spannweite von 165 bis 185 cm und wiegt etwa 3 kg. Sein Schnabel und seine Beine sind während der Brutzeit leuchtend rot.

Störche bringen den Frühling, der Frühling bringt die Liebe, die Liebe führt (manchmal) zu Kindern. Alles klar.

Webtipp: 10 Jahre Nationalpark Thayatal: www.np-thayatal.at

Charity: Benefizauftritt für Ubarela (Buntes Leben für Südafrikas Kinder)

Die Theaterpädagogin Dagmar Ransmayr ist FreundInnen von Esperanza bereits bekannt, da sie auch mit den Kindern und Jugendlichen von Esperanza schon mehrere Theaterstücke erarbeitet und zur Aufführung gebracht hat.

Nun zeigt unter ihrer Leitung die multikulturelle Theatergruppe „Die Fremden“ am 30. März 2009 um 19:30 Uhr das Erfolgsstück „Das Tonnenkind“ im Wiener Interkulttheater. Der Erlös kommt zur Gänze dem Verein Ubarela und somit dem südafrikanischen Kinderheim TLC südlich von Johannesburg zu. Als Hintergrundinfo: Das TLC ist eine privat initiierte Anlaufstelle für Aidswaisen. Die Situation in Südafrika ist dramatisch: Millionen von Kindern verlieren ihre Eltern an die Seuche. Öffentliche Hilfsprogramme gibt es kaum. Bitte kommen, unterstützen und/oder weitersagen!

www.ubarela.at, www.diefremden.at und www.interkultheater.at

Buchrezension: Mobbing in der Schulklasse

Welche Dynamik hinter dem Mobbingverhalten steckt und wie LehrerInnen und Eltern gemobbten wie auch mobbenden Kindern helfen können, miteinander anders umzugehen und gemeinsam ein besseres Gruppenklima zu entwickeln, davon handelt dieses Standardwerk zum Thema, das im Mai in einer neuen verbesserten Auflage erscheint. Um Mobbing zu beenden, brauchen Täter wie Opfer klärende Gespräche und neue Perspektiven.

Der Autor bietet dazu auch eine Wanderausstellung an. Wenn Sie sich dafür interessieren, wenden Sie sich bitte an: karl.dambach@t-online.de.

Dambach, Karl E.: Mobbing in der Schulklasse. 3. überarb. und erw. Auflage. Ernst Reinhardt Verlag, 2009.

Weitere Mediaempfehlungen finden Sie unter „Mediainfos“ auf unserer Website.

WICHTIG: Rechtliche Hinweise > Newsletter 3/09 von Esperanza – Bitte anmelden!

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IMPRESSUM
Medieninhaberin: ESPERANZA, Mag. Martina Kotzina – Redaktion: viennAventura, Mag. Priska Steger

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