Absage ans vielgeliebte Plastiksackerl oder Kleine Dinge mit großer Wirkung
Der Newsletter 4/09 von Esperanza

Liebe Freundinnen und Freunde der tierunterstützten Pädagogik!

Es gibt Fakten, die kennt man. Es hat sich bereits herum gesprochen, dass Plastiksackerl und Plastikflaschen eigentlich verboten gehören. Doch sie sind es nicht. Auch das ist bekannt.

Plastik bzw. Kunststoff ist ein Material, das erst seit sechzig Jahren unseren Alltag bestimmt. In diesem Zeitraum hat es bereits großen Schaden angerichtet. Zwischen Hawaii und dem amerikanischen Festland treibt ein Plastikkontinent so groß wie Mitteleuropa, auch „Plastic Ocean“ genannt.

Denn nicht überall wird Plastik „fachgerecht“ entsorgt bzw. recycelt. Der Großteil landet auf der Müllkippe oder wird achtlos in der Natur abgeladen. Plastikabfälle gelangen in unsere Seen, Flüsse und ins Meer und werden schließlich tonnenweise an die Küsten geschwemmt. Im „Plastic Ocean“ findet sich weltweit die höchste Konzentration an schwimmenden Plastikteilen. Insgesamt ist in den Weltmeeren angeblich bereits sechsmal so viel Plastik wie tierisches Plankton zu finden.

Plastik ist ein äußerst langlebiges Material. Ein Plastikprodukt zerfällt zwar durch den Wellenschlag in immer kleinere Teile, wird aber nicht von Bakterien abgebaut. Im größeren Plastikmüll verfangen sich Seevögel, Robben, Delfine, Fische und andere Meerestiere und verenden darin kläglich. Kleinere Plastikteile werden mit Nahrung verwechselt und die Tiere verhungern und verdursten, da die Plastikteile keinen Platz mehr für echte Nahrung in den Mägen der Tiere lassen. Und an der Oberfläche der im Wasser treibenden Plastikkleinteilchen lagern sich wasserunlösliche Giftstoffe an – all dies gelangt in die Nahrungskette und mitunter auch auf unsere Teller.

Für die Tierwelt hat die Plastikleidenschaft der Menschen katastrophale Folgen. Durch das Treibgut, das in unseren Meeren schwimmt, sterben jedes Jahr weltweit mehr als eine Million Seevögel und rund 100.000 Meeressäuger und Schildkröten auf qualvolle Weise, schätzt die internationale Meeresschutzorganisation OCEANA.

Millionen Tiere erleiden einen qualvollen Tod. Und doch „passiert“ es uns tagtäglich, dass wir Plastik nach Hause tragen und nach kurzem Gebrauch wieder „entsorgen“. Irland, China, Bangladesch – hier wird das Umdenken mittlerweile staatlich verordnet. Aber warum müssen wir in Österreich eigentlich auf ein Gesetz warten, um Abschied vom Plastiksackerl nehmen zu können? Besser als Plastik zu beseitigen oder zu verwerten ist immer noch, Plastik ganz zu vermeiden. Wenn wir Stofftragtaschen verwenden, sparen wir pro Woche im Schnitt sechs bis zehn Plastiksackerl. Dass umweltfreundliche Mehrwegflaschen für Getränke kaum noch in den Regalen der Supermärkte zu finden sind, argumentieren die Handelsketten damit, dass die KundInnen lieber Plastikflaschen kaufen. Auch da liegt es an uns VerbraucherInnen.

Wenn nur ein paar von uns umdenken, macht das einen Unterschied. Auch in einer „Welt mit uns“ sollten Tiere eine lebenswerte Umgebung vorfinden können, meinen Sie nicht auch?

Unter der Devise „Leben statt Plastik“ wünschen wir allen einen schönen Sommer, ob in der Stadt, auf dem Land, an den Seen oder auch am Meer, und bitten im Namen der Tierwelt die Sache mit dem Kunststoff zu überdenken,

Herzliche Grüße, Martina Kotzina und das Team von Esperanza

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Themen im Sommer 2009
E  Samurai und Heinrich
S  Vermeiden Sie Plastikmüll!
P  Im Rückblick: „Tag der offenen Tür“ 2009
E  Weiterbildung mit Dr. Carola Otterstedt
R  Arche Noah in Schiltern
A  Hilfe für Erko, Snoopy, Max und Mona
N  ZZZebra – Eine Internet-Schatzkiste
Z  DVD-Tipp: Dalai Lama Renaissance
A  Wichtig: Rechtliche Hinweise


Samurai und Heinrich

Schon lange wünschten wir uns eine Alpakaherde. Nun endlich sind Samurai und Heinrich, zwei Alpaka-Wallache, als „Vorreiter“ dieser Herde, die letztendlich aus fünf Tieren bestehen soll, bei uns eingezogen! Mehr darüber im September-Newsletter!

Vermeiden Sie Plastikmüll!

Was Plastik zum Problem macht, ist vor allem unser sorgloser und verschwenderischer alltäglicher Umgang mit diesem Material. Verzichten Sie auf das Plastiksackerl zum Einmalgebrauch und verwenden Sie stattdessen Stofftragtaschen. Kaufen Sie wenn möglich Produkte ohne Kunststoffverpackungen! Plastikschalen für Obst und Gemüse etwa bestehen aus Kunststoffen, die sehr schwer zu recyceln sind. Wer auf dem Markt einkauft, vermeidet Verpackungsmüll. Wiederbefüllbare Produkte helfen Abfall zu vermeiden. Kaufen Sie Getränke nur in Mehrwegflaschen.

Im Rückblick: „Tag der offenen Tür“ 2009

Im Juli gab es in unserer Region schwere Unwetter, und noch am Vortag war es unklar, ob wir am 27.6.09 tatsächlich feiern oder doch im Keller Wasser schöpfen würden: Doch wir hatten Glück und durften uns auch über sehr viele BesucherInnen am geschmückten Hof freuen!

Einen ausführlichen Bericht sowie eine Fotostrecke zum „Tag der offenen Tür 2009“ finden Sie in unserem Newsticker. Auch an dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank an alle unsere Helferinnen und Helfer, ohne die vieles nicht umzusetzen gewesen wäre!

Weiterbildung mit Dr. Carola Otterstedt

Am 9. September 2009 wird am Hof von Esperanza in Kooperation mit der Heilpädagogischen Gesellschaft NÖ ein Seminar zum Thema „Einführung in die Tiergestützte Pädagogik“ veranstaltet, für dessen Leitung wir Dr. Carola Otterstedt gewinnen konnten. Die Teilnahme am Seminar ist nur unter Nachweis einer Anmeldebestätigung möglich!

Speziell für unser Team von Esperanza hat sich Dr. Carola Otterstedt bereit erklärt, eine interne Fortbildung anzubieten, die dann von 10.-11. September stattfindet. Wir sind sehr darum bemüht, den Lebensraum und unsere Beziehung zu den Tieren von Esperanza zu verbessern und freuen uns auf Frau Otterstedt und auch darauf, mit ihr wichtige fachliche Erfahrungen austauschen zu dürfen.

Über Dr. Carola Otterstedt:
Die Geisteswissenschaftlerin und Verhaltensforscherin war von 2001 bis 2005 Dozentin und Prüfungsmitglied in der berufsbegleitenden Weiterbildung für Tiergestützte Pädagogik & Therapie (Wedemark), und ist seit 1993 als Sachbuchautorin tätig: u. a. Tiere als therapeutische Begleiter (2001), Menschen brauchen Tiere (2003) und Mensch & Tier im Dialog (2007). Seit 2007 leitet sie das trinationale interdisziplinäre wissenschaftliche Kolloquium zur Mensch-Tier-Beziehung und die Stiftung Bündnis Mensch & Tier www.buendnis-mensch-und-tier.de. Sie engagiert sich mit ihrer Arbeit für die nachhaltige Förderung der Mensch-Tier-Beziehung in deutschsprachigen Ländern.

Arche Noah in Schiltern

Die „Arche Noah“ ist ein Verein, der sich seit über 15 Jahren für den Erhalt von alten Kulturpflanzen stark macht und seine Arbeit als Antwort auf die restriktive globale Saatgutpolitik sieht. Schätzungsweise sind seit Anfang des 20. Jahrhunderts weltweit 75% der landwirtschaftlichen Vielfalt verloren gegangen – auch in Österreich. Bei vielen Kulturpflanzen sind die Hybriden im Vormarsch. Der Markt wird beherrscht von multinationalen Großkonzernen. Diese drängen in Richtung Gentechnik. Mit dem Verschwinden jeder alten Sorte geht leider auch Kulturgut und traditionelles Wissen verloren.

Esperanza ist der „Arche Noah“ beigetreten. Vor einiger Zeit verbrachten wir einen ganzen Nachmittag in Schiltern, um uns mit verschiedenen Pflanzen einzudecken. Wir wollen in Zukunft ihre Samen ernten und unser biologisches Gemüse genießen. Der Schaugarten der „Arche Noah“ hat noch bis 18. Oktober von Dienstag bis Freitag (10.00 bis 16.00 Uhr, an Wochenenden und Feiertagen bis 18.00 Uhr) geöffnet.

Nähere Infos unter: www.arche-noah.at

Hilfe für Erko, Snoopy, Max und Mona

Die Menschen von Esperanza setzen sich immer wieder dafür ein, Tiere zu retten. Wenn wir keinen Platz für sie haben, helfen wir anders. So haben die Kinder und Jugendlichen vom Hof erst kürzlich insgesamt 100 Euro vom Taschengeld gespart und zwar für Erko, einen Wallach aus Deutschland, der viele Jahre seine Dienste als Schulreitpferd geleistet hatte und nun zum Metzger kommen sollte, weil niemand für seine Versorgung aufkommen wollte. Zum Glück setzten sich auch andere für Erkos Überleben ein und er hat mittlerweile einen neuen Platz gefunden, an dem er bleiben kann.
(Vgl.: www.komet-network.de).

Auch dem kleinen Langhaarwuschel Snoopy und seinen Geschwistern drohte der Tod. Sie sollten erschlagen werden. Unsere Reitlehrerin Bettina hat sich für die Kätzchen eingesetzt und für alle gute Plätze gefunden. Snoopy lebt nun bei uns am Hof und damit der kleine Kerl gleichaltrige Spielgefährten hat, sind auch Max (der dunkle Rädertiger) und Mona (die graue Gepunktete) zu uns gezogen. Die drei werden von unserem Tierpflegerlehrling Mario betreut und durften unter Aufsicht schon ihre ersten Ausflüge nach draußen unternehmen.

ZZZebra – Eine Internet-Schatzkiste

Mal-, Spiel- und Bastelideen, Kochrezepte, Lieder, Zaubertricks, Experimente – wer nicht weiß, wie er/sie den Nachwuchs bei Laune halten soll, kann sich auf diesen Webseiten schlau machen. „zzzebra-Netz“ vernetzt fünf Kinder-Websites ohne Werbung, Effekthascherei und weiterführende Links. Hier können sich Kinder daher auch alleine umsehen und ihren Spaß haben. Es erwartet sie ein Liederbaum mit über 600 Liedern aus aller Welt, ein Lesekorb mit Märchen, Sagen und anderen Geschichten, eine Lernwerkstatt, ein Webmagazin und ein Kinderforum. Erst vor kurzem ist das „zzzebra-netz“ für sein tolles Angebot mit dem Grimme Online Award in der Kategorie „Wissen und Bildung“ ausgezeichnet worden!

Webtipp: www.labbe.de/zzzebranetz

DVD-Tipp: Dalai Lama Renaissance

Der Dalai Lama und vierzig führende und innovative DenkerInnen aus der westlichen Kultur trafen sich im Jahr 2000 eine Woche lang in der tibetischen Exil-Residenz in Dharamsala, um die aktuellen Probleme unserer Welt zu diskutieren und nach Lösungen zu suchen, die nicht den üblichen Denkmustern entsprechen. Wie sie sich dabei auch mit den Barrieren in ihren eigenen Köpfen auseinandersetzen mussten, wurde zu einer höchst interessanten Angelegenheit, die von Regisseur Khashyar Darvich eindrucksvoll filmisch dokumentiert wurde. Einige begriffen während der Konferenz, dass sie sich erst selbst ändern müssen, bevor sie miterleben können, wie die Welt sich verändert. Ausgezeichnet mit zahlreichen Festival-Preisen.

Khashyar Darvich: Dalai Lama Renaissance. Der wahre Wandel beginnt in dir. Horizon Film, 2009.

Weitere Mediaempfehlungen finden Sie unter „Mediainfos“ auf unserer Website.

WICHTIG: Rechtliche Hinweise > Newsletter 5/09 von Esperanza – Bitte anmelden!

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IMPRESSUM
Medieninhaberin: ESPERANZA, Mag. Martina Kotzina – Redaktion: viennAventura, Mag. Priska Steger

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