Abgetaucht oder Mehr Meer-Erfahrungen
Der Newsletter 5/09 von Esperanza

Liebe Freundinnen und Freunde der tierunterstützten Pädagogik!

„Die beste Weise, Fische zu beobachten, besteht darin, selber zum Fisch zu werden“, soll der französische Meeresbiologe Jacques-Yves Cousteau gesagt haben. Und so haben wir einige freie Sommertage genützt und sind mit den Kindern und Jugendlichen unserer Wohngruppe nach Ägypten gereist, um ihnen bei gemeinsamen Tauchgängen die Meereswelt näher zu bringen und ihnen neue Erfahrungen zu ermöglichen.

Das Tauchen ist bekanntlich kein Sport, bei dem es nur ums Aufspüren und Bestaunen seltener Wasserbewohner geht. Ein Tauchgang kann auch ohne unerwartete Zwischenfälle schnell zur besonderen Grenzerfahrung werden.

Ein Sprung ins kalte Wasser: Was ungewohnt ist, kann Angst machen. Über Wasser ist eine Tauchausrüstung schwer und engt ein und kann für Herzrasen und Kopfsausen sorgen. Am Rücken die schwere Flasche, um den Bauch der Bleigurt – das zieht ganz schön runter. Doch diese Angst kann überwunden werden, wenn man jemand hat, der einem zeigt, wie das geht und auch vermitteln kann, dass sich dieser Einsatz lohnt. Angst zeigt uns manchmal den Weg zur Bewältigung eines Traumas. Mit jedem Tauchgang lernt man dazu – das Wissen über die eigenen Gefühle und wann und wie sie entstehen, hilft weiter und lässt das Selbstbewusstsein wachsen. Mit jedem Tauchgang gewinnen wir auch „innere Tiefe“.

Wer taucht, erfährt mit allen Sinnen eine neue Welt. 10 bis 15 Meter unter Wasser herrschen andere Gesetze. Alles verlangsamt sich, man bewegt sich nun trotz der ungewohnten Ausrüstung fast schwerelos. Man braucht Mut und Neugierde, um sich darauf einzulassen. Man braucht Vertrauen – in sich und andere Menschen und auch in die Technik, die dieses Abenteuer unterstützt.

Hektik, Ungeduld und Eigensinn haben beim Tauchen nichts verloren – man gefährdet damit sich und andere. Vor dem Tauchgang muss die Ausrüstung sorgfältig vorbereitet und kontrolliert werden. Es werden Vereinbarungen getroffen und besprochen, an die sich alle verlässlich halten müssen. Rücksichtnahme ist gefordert, auf sich, auf die Tauchpartner und auch auf die Bewohner eines Lebensraumes, in dem man nur kurzzeitig Gast ist. Wir müssen schätzen und bewahren, was uns da geboten wird.

Geduld, Teamgeist, Angstbewältigungsstrategien, Rücksichtnahme, Vertrauen – all das hilft uns auch in der Welt über Wasser enorm weiter.

Daher hat sich diese Reise für uns alle mehr als gelohnt.

Martina Kotzina und das Team von Esperanza

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Themen im Herbst 2009
E  Faszination Tauchen
S  Neues von Carola Otterstedt
P  Gesucht: Bäuerin des Jahres!
E  Filmstart Plastic Planet
R  „mit den augen hören – mit den ohren sehen“
A  Letzte Chance: Stoppt das atomare Risikowerk Mochovce!
N  Ausgezeichnet Leben
Z  Buchrezension: Unter Wasser
A  Wichtig: Rechtliche Hinweise


Faszination Tauchen

Als Gruppe ins Rote Meer mit all seiner beeindruckenden farbenfrohen und tierreichen Pracht und Vielfalt einzutauchen, war ein besonderes Erlebnis, das uns in auch in besonderer Weise verbunden hat. Unsere gemeinsamen Tauchgänge standen außerhalb der gewohnten Kommunikationsmuster, dies ermöglichte ganz neue Erfahrungen. Besonders freut uns, dass sich dieses Mal auch Lydia, Aimee und Heidi als „Open Water Diver“ qualifizieren konnten – das hat hinsichtlich Tauchtheorie und Tauchpraxis einiges an Disziplin und Durchhaltevermögen erfordert. Alle EsperanzianerInnen haben sich in ihrer Rolle als „Buddy“ bewährt – das verdient Respekt und Vertrauen.

Herzlichen Dank auch an Mirko Kutz vom „Jasmin Diving Center“, der uns als fähiger und humorvoller Tauchlehrer bestens betreut hat: www.jasmin-diving.com

Neues von Carola Otterstedt

Anfang September haben am Hof von Esperanza interne wie externe Workshops zum Thema der Tiergestützten Pädagogik stattgefunden, die Fr. Dr. Carola Otterstedt gestaltet und geleitet hat und die wir sehr genossen haben.

An dieser Stelle möchten wir uns sehr herzlich bei ihr dafür bedanken, dass sie uns auch an unserem Teamtag als empathische „Mentorin“ unserer Tiere zur Seite gestanden hat und wir gemeinsam mit ihr die Bedürfnisse unserer Tiere reflektieren konnten. Wir haben von ihr viele praktische Inputs erhalten. Wir sehen das, was bis jetzt geleistet wurde, mit Respekt und Freude, sind aber weiterhin ambitioniert, das Bestehende noch zu optimieren.

Nächster Veranstaltungshinweis mit Dr. Carola Otterstedt:
Tagung „Die Mensch-Tier-Beziehung im interdisziplinären Dialog“ (München, 13-14.11.2009)
Nähere Infos dazu: www.buendnis-mensch-und-tier.de

Gesucht: Bäuerin des Jahres!

Ländlich, engagiert und außergewöhnlich soll sie sein: Das österreichische Landwirtschaftsministerium sucht die „Bäuerin des Jahres 2009“! Genau genommen werden drei Frauen gesucht, die über Vorbildcharakter für ihren Berufsstand verfügen und deren Höfe sich von anderen Höfen ihrer Region unterscheiden. Als Belohnung für ihre Leistungen winkt ihnen je ein Bildungsgutschein im Wert von 3.000 Euro.

Dieser Wettbewerb soll das Berufsbild der „Bäuerin“ stärken. Immerhin ist bei dieser Arbeit ein hoher Einsatz erforderlich, und wenn es eine Bäuerin neben ihren vielfältigen Aufgaben auch noch schafft, Kraft und Zeit für ungewöhnliche Ideen und deren Umsetzung aufzubringen, ist sie eine ideale Kandidatin. Allerdings muss ihr Projekt in eine der folgenden drei Kategorien passen:
„Wirtschaft & Innovation“,
„Soziales & Gesellschaft“ und
„Kunst & Brauchtum“.

Die Bewerbungsfrist endet am 15. Oktober.
Nähere Infos: www.lebensministerium.at

Filmstart Plastic Planet

In unserem letzten Newsletter haben wir ausführlich über den Problemstoff Plastik berichtet. Wenn
Sie noch mehr darüber wissen wollen, sollten Sie sich unbedingt den Dokumentarfilm „Plastic Planet“
von Werner Boote ansehen, der seit 18. September in den österreichischen Kinos zu sehen ist.

Interessante Unterlagen stehen auch zum Download auf der Website zum Film bereit:
www.plastic-planet.at. Etwa ein Gefahrenmerkblatt zum Thema „Kunststoffe im Haushalt“.

„mit den augen hören – mit den ohren sehen“

Eine interaktive Erlebniswelt im Pankratium Gmünd (Kärnten) verlockt noch bis Ende Oktober Kinder und Erwachsene zum Experimentieren mit Farben, Formen, Bewegungen und Klängen. Schwerpunkt der Sonderausstellung mit Lichtlabyrinth, Wasserkino, Klang-, Architektur-, Tanz- und Kreativwerkstatt bilden die Themen Wasser und Musik, wobei den BesucherInnen Erscheinungen und Gesetzmäßigkeiten unserer Umwelt näher gebracht werden sollen. Auch behinderten, blinden und gehörlosen Menschen wird ein spielerischer Wahrnehmungszugang auf unterschiedlichen Ebenen ermöglicht.

Zahlreiche Experimentierstationen lassen musikalische Schwingungen nicht nur hörbar, sondern auch seh- und spürbar werden. www.pankratium.at

Letzte Chance: Stoppt das atomare Risikowerk Mochovce

Nur 160 Kilometer von Wien entfernt steht das Atomkraftwerk Mochovce. Jetzt soll seine Kapazität verdoppelt werden, in dem die beiden Blöcke drei und vier fertig gestellt werden. Ein möglicher schwerer Unfall in der veralteten Anlage kann zu katastrophalen Auswirkungen für ganz Mitteleuropa führen. Jetzt ist die letzte Chance, Einspruch und zugleich Protest gegen die Verletzung des EU-Rechts zu erheben und zum endgültigen Aus für das Mochovce-Projekt beizutragen!

Es eilt: Die Einspruchsfrist endet am 6. Oktober!
www.mochovce.com und www.natuerlich.wien.at

Ausgezeichnet Leben

Noch bis 15. Oktober: Unter dem Motto „Bewusst kaufen. Besser leben“ finden bereits zum sechsten Mal die Nachhaltigen Wochen in ganz Österreich statt. Bis dato tragen 720 Produkte in Österreich das „Österreichische Umweltzeichen“ als Gütesiegel. Es handelt sich dabei um regional hergestellte, biologisch verträgliche Erzeugnisse, die von der Rohstoffgewinnung über die Verpackung bis zur Entsorgung strenge soziale und ökologische Kriterien erfüllen.

Eine aktuelle Übersicht sowie weitere Informationen für umweltbewusste KonsumentInnen liefert dazu die neu erschienene Produktefibel „Ausgezeichnet Leben“. Zum Download auf www.nachhaltigkeit.at

Buchrezension: Unter Wasser

Als BBC-Sonderkorrespondent versteht es Tim Ecott, mitreißende Geschichten in die Welt zu setzen. Hier erzählt er uns von den Geheimnissen der blauen Tiefe, von den physikalischen Gesetzen, denen wir uns dabei unterwerfen müssen und den Menschen, die die Tauchgeschichte geprägt haben. Detailreich geht es um die Heilkraft und die Gefahren von Tauchabenteuern, um herrliche Tauchplätze und Begegnungen mit wunderschönen Geschöpfen, die unter Wasser leben. Dies ist kein neues Buch. Aber es ist eine abwechslungsreiche Lektüre.

Tim Ecott: Unter Wasser. Abenteuer in einer anderen Welt. Fischer Verlag, 2004.

Weitere Mediaempfehlungen finden Sie unter „Mediainfos“ auf unserer Website.

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IMPRESSUM
Medieninhaberin: ESPERANZA, Mag. Martina Kotzina – Redaktion: viennAventura, Mag. Priska Steger

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