Lippenbekenntnisse oder Es geht täglich um die Wurst
Der Newsletter 2/10 von Esperanza

Liebe Freundinnen und Freunde der tierunterstützten Pädagogik!

Einst galt Österreich als vorbildliches Umweltschutzland. Jede Menge BiopionierInnen und Atomkraftwerk- gegnerInnen, saubere Flüsse und Seen, keine Gentechnik. Leider sinkt unser grünes Ansehen stetig im europaweiten Vergleich. Man nehme nur das Beispiel Klimaschutz. Voraussichtlich wird Österreich als einziges Land der fünfzehn „alten“ EU-Staaten das im Kyoto-Protoll verankerte Kohlendioxid-Reduktionsziel bis 2012 nicht erreichen, gar weit verfehlen. Zieldefinitionen reichen eben nicht aus.

Wen kümmert es demnach wirklich, dass es bereits „5 vor 12“ ist? Es wäre angesagt, weniger zu reden und mehr zu tun. Heute und nicht morgen. Was tragen wir am Körper? Was stellen wir uns ins Wohnzimmer? Das sind Fragen, die immer wichtiger werden. Oder: Was legen wir uns auf die Teller?

Da geht es um die Wurst. Nicht nur im sprichwörtlichen Sinn. Bereits 2007 fragte sich die Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO): „Was verursacht mehr Treibhausgasemissionen: Viehzucht oder Verkehr?“ und lieferte dazu klare Antworten im Report „Der lange Schatten der Viehzucht“. So ist der rasant wachsende Fleisch- und Milchkonsum in den Industrieländern in Summe für 18 Prozent aller Treibhausgas-Emissionen verantwortlich. Auf das Konto der weltweiten Viehwirtschaft samt ihrer intensiven Landnutzung gehen zwar „nur“ neun Prozent aller vom Menschen verursachten CO2-Emissionen, dafür produziert sie jedoch eine Reihe anderer Gase mit weit höherer Treibhauswirksamkeit. Und wenn dicht beladene Tiertransporte quer durch ganz Europa gehen und weit über die Grenzen Europas hinaus, hat das wohl auch Auswirkungen auf das Verkehrsaufkommen.

Die Viehzucht ist der am stärksten wachsende Agrarsektor. Die globale Fleischproduktion dürfte sich von 229 Millionen Tonnen im Jahr 2001 auf 465 Millionen Tonnen im Jahr 2050 verdoppeln, gleichzeitig die produzierte Milchmenge von 580 auf 1.043 Millionen Tonnen steigen. Bezüglich des Ressourcenverbrauchs ist Fleisch aber das ineffizienteste Nahrungsmittel der Welt. Laut Harvard-Ernährungswissenschaftler Jean Mayer könnte man durch eine Reduktion der Fleischproduktion um nur zehn Prozent die Getreideversorgung für 60 Millionen Menschen sicherstellen!

Jetzt gilt es täglich gegenzusteuern. Auch aus Liebe zu den Tieren. Schluss mit der Massentierhaltung.
Das hängt auch an unseren täglichen Kauf- und Essgewohnheiten.

Mit herzlichen Grüßen, Martina Kotzina und das Team von Esperanza

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Themen im April 2010
E  Kein Herz für Meerestiere
S  Esperanza Fortbildung: Im Mai noch Plätze frei!
P  Traumkatze Yume Neko
E  Boy's Day 2010
R  Modische Botenstoffe
A  ÖÄZ-Bericht: Misere in der Kinder- und Jugendpsychiatrie
N  Dolmetscherin zwischen Mensch & Tier
Z  Buchrezension: iBrain – Wie die neue Medienwelt Gehirn und Seele unserer Kinder verändert
A  Wichtig: Rechtliche Hinweise


Kein Herz für Meerestiere

Meerestiere sind die größten Verlierer der 13-tägigen internationalen Artenschutzkonferenz, die im März 2010 in Katar stattfand. Die Delegierten der 175 Vertragsstaaten des Washingtoner Artenschutzabkommens CITES lehnten etliche Anträge auf Handelsbeschränkungen für verschiedene Hai-Arten ab.

Jede dritte Hai-Art im offenen Ozean gilt inzwischen als gefährdet, dazu zählen Bogenstirn-Hammerhaie, Weißspitzen-Riffhaie, Hammer- und Fuchshaie. Auch ein internationales Handelsverbot für den Roten Thunfisch und bedrohte Korallenarten scheiterten kläglich. Bedroht sind übrigens auch: Rotbarsch, Kabeljau, Heilbutt, Seezunge und Scholle.

Esperanza Fortbildung: Im Mai noch Plätze frei!

Noch können Sie sich für unsere nächste Lehrveranstaltung anmelden: Wanderreitführer und Erziehungshelfer Franz Prenner vom Michaelihof, mit dem wir bereits in den letzten Jahren erfolgreiche Wanderreittouren unternommen haben, kommt zu uns auf den Hof, um Sie in die Grundlagen des „Natural Horsemanship“ einzuweisen. Gemeinsam verdeutlichen wir, wie sich diese Methode mit den Anliegen und Inhalten der tierunterstützten Pädagogik verbinden lässt. Auch mit im Team: die Pferde und Esel von Esperanza und einige Jugendliche unserer Wohngemeinschaft.

Modul 2: „Das Esperanza-Prinzip in seiner praktischen Anwendung“ (13. bis 16. Mai 2010)

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Website bzw.
kontaktieren Sie bitte Mag. Martina Kotzina unter: +43–(0)664–461 02 12

Traumkatze Yume Neko

Vom Artensterben nicht bedroht: künstliche Haustiere. Im Gegenteil, hier entsteht eine neue Vielfalt am Markt. Nach dem Roboterhund Aibo und der Roboterrobbe Paro soll nun „Yume Neko Venus“ (= Traumkatze Venus) die Menschen ansprechen. Yume Neko sieht aus wie eine geklonte Norwegische Waldkatze, reagiert auf die Bewegungen ihrer BesitzerInnen und gibt beinahe echte Katzenlaute von sich. (Dafür sorgen Berührungs- und Lichtsensoren!) Sie schnurrt, hebt die Vorderpfote, löst keine Katzenhaarallergie aus und ist hundertprozentig stubenrein. Geradezu unheimlich.

Mehr dazu unter: www.japantrendshop.com

Boy's Day 2010

Typisch weiblich? Typisch männlich? Das Festhalten an traditionellen Rollenbildern hindert Mädchen wie Buben oft daran, ihre Möglichkeiten und Talente in Hinblick auf die Berufswahl richtig einzusetzen und auszuschöpfen. Der „Boys Day“ am 22. April 2010 rückt nun schon zum dritten Mal das Berufswahlverhalten männlicher Jugendlicher ins Zentrum und möchte auch ein breiteres, offeneres Buben- bzw. Männerbild bewirken. Den Burschen wird die Möglichkeit geboten, in verschiedenen Einrichtungen wie Schulen, Kindergärten, Krankenhäusern und Altenheimen zu schnuppern.

In NÖ steht hinter dem „Boy's Day“ die Männerberatung St. Pölten als Koordinationsstelle und Infoplattform. Eine Liste der teilnehmenden Einrichtungen finden Sie unter: www.boysday.at

Modische Botenstoffe

Welche Botschaft tragen Sie am Körper? Mittlerweile ist hoffentlich allgemein bekannt, warum T-Shirts an jeder Ecke billig zu haben sind. Weltweit schuften ArbeiterInnen in der Baumwollindustrie für einen Hungerlohn unter menschenverachtenden und gesundheitsgefährdenden Bedingungen. Da auch ein Boykott dieser Waren keine Lösung ist, weil solche Jobs für viele Menschen von besonderer Bedeutung sind, wenn es sonst kaum Verdienstmöglichkeiten für sie gibt, wird der Ruf nach „fairer Kleidung“ laut.
Und die gibt es!

Werden oder bleiben Sie kritisch und benützen Sie den Shopping Guide der „Clean Clothes Kampagne“: www.cleanclothes.at

ÖÄZ-Bericht: Misere in der Kinder- und Jugendpsychiatrie

In einer kürzlich erschienenen Ausgabe der „Österreichischen Ärztezeitung“ (ÖÄZ Nr. 5, 10. März 2010) wird berichtet, dass es in ganz Österreich nur vier Facharztstellen für Kinder- und Jugendpsychiatrie gibt, davon eine in Vorarlberg, eine in Wien und zwei Pilotprojektstellen in Niederösterreich.

Aufgrund der geringen Anzahl an Kassenverträgen ist eine wohnortnahe Versorgung in vielen Bundesländern nicht gewährleistet, rund 150.000 Kinder haben keine passende fachärztliche Basisversorgung im kinder- und jugendpsychiatrischen Bereich. Viele Betroffene müssen immer noch von „ErwachsenenpsychiaterInnen“ betreut werden, dabei haben die Heranwachsenden aber ganz spezifische psychische Zustandsbilder, auf die adäquat eingegangen werden sollte.

Dolmetscherin zwischen Mensch & Tier

Aus Worpswede (D) ist im Februar die Biologin und Tiertrainerin Cornelia Drees (www.tiere-helfen.eu) zu uns auf den Hof gekommen, hat uns „über den Zaun“ geholfen, d. h. uns noch stärker mit den Umgangs- und Höflichkeitsregeln im unmittelbaren Kontakt mit unseren Tieren vertraut gemacht. Das hat ALLE erreicht – inhaltlich wie emotional!

Fotostrecke und Newsticker zum Besuch von Cornelia Drees auch auf unserer Website!

Buchrezension: iBrain – Wie die neue Medienwelt Gehirn und Seele unserer Kinder verändert

Die technische Revolution hat in den Köpfen der Menschen einiges verändert. Unsere Gesellschaft teilt sich jetzt in zwei kulturelle Gruppen mit völlig unterschiedlichen Denk- und Lernstrukturen: Da sind die „Digital Immigrants“, die erst als Erwachsene in die Welt der digitalen Technologien eingewandert sind und die „Digital Natives“, die in diese Welt hineingeboren werden und einen völlig anderen Umgang mit den neuen Medien pflegen als ihre Eltern- und Großelterngeneration.

Was geschieht mit diesen Kindern? Entwickeln sie höhere Fähigkeiten oder sind es lauter junge Menschen mit unterentwickelter Sozialkompetenz? Wie das Gehirn unsere Menschlichkeit definiert, wir ein Leben lang alternative Lern- und Denkweisen entwickeln und einfühlsam bleiben können, sollte Sie gerade dann faszinieren, wenn Sie die Welt der neuen Kindergeneration bei aller Liebe einfach nicht verstehen können.

Gary Small, Gigi Vorgan: iBrain – Wie die neue Medienwelt Gehirn und Seele unserer Kinder verändert.
Kreuz Verlag, 2009.

Weitere Mediaempfehlungen finden Sie unter „Mediainfos“ auf unserer Website.

WICHTIG: Rechtliche Hinweise > Newsletter 3/10 von Esperanza – Bitte anmelden!

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IMPRESSUM
Medieninhaberin: ESPERANZA, Mag. Martina Kotzina – Redaktion: viennAventura, Mag. Priska Steger

Die Infos wurden sorgfältig ausgewählt. Es wird jedoch keine Haftung übernommen. Verwendung des „ESPERANZA NEWSLETTER“ (erscheint mehrmals jährlich mit Informationen, Terminen und Veranstaltungen von Esperanza im Rahmen der tierunterstützten Pädagogik) über den privaten Gebrauch hinaus bitte ausschließlich nach Rücksprache.

© ESPERANZA – Zentrum für tiergestützte Pädagogik
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