Zukunftsprognose Einsamkeit oder Tiere als Heilmittel und Rettungsanker
Der Newsletter 3/10 von Esperanza

Liebe Freundinnen und Freunde der tierunterstützten Pädagogik!

Eine im April veröffentlichte Umfrage des Linzer Meinungsforschungsinstituts „market“ prognostiziert den Österreicherinnen und Österreichern eine Zukunft als EinzelkämpferInnen, geprägt von Karriere, Leistung, Wettbewerbsdruck und ständigen Veränderungen, die durch den raschen technologischen Fortschritt bedingt seien. Der Weg nach oben werde einsamer. Unsere Beziehungen verlieren ständig an Tiefe und Bedeutung. „Echte Freunde“ werden seltener, auch Charaktereigenschaften wie Offenheit, Höflichkeit und Bescheidenheit. Wer will schon, dass sich so eine Prophezeiung tatsächlich erfüllt? Wer wünscht sich eine einsame Zukunft?

Die Rede ist nicht davon, hin und wieder alleine sein zu wollen. Das Alleinsein-Können ist für das Glück des Menschen genauso wichtig wie die Pflege sinnvoller Beziehungen. Nur im Alleinsein kann es zu einer Sammlung des Denkens und Fühlens kommen, ohne die ein persönliches Wachstum unmöglich ist. Aus dem Alleinsein wird erst dann Einsamkeit, wenn wir darunter zu leiden beginnen. Es ist meist ein stilles Leiden.

Als soziale Lebewesen brauchen wir Kontakt zu anderen. Auch Kinder brauchen ein stabiles soziales Umfeld, die Nähe zu den Eltern, vor allem aber auch enge Freundschaften mit Gleichaltrigen. Sie brauchen Ansprechpartner, um die vielfältigen alltäglichen Eindrücke zu verarbeiten.

Wenn das soziale Umfeld versagt, sind die Folgen häufig dramatisch. Doch jetzt die gute Nachricht: Tiere sind da oft ein erfolgreiches Heilmittel. Wer sich mit Tieren umgibt, stärkt die eigene soziale Intelligenz und beschäftigt sich mit wichtigen Grundlagen der Kommunikation, die sich auf den Umgang mit Menschen übertragen lassen. Und auch die meisten Tiere sind nicht gerne ständig alleine, und erinnern uns daher immer wieder daran, dass wir auch auf das Glück, die Versorgung und die Zufriedenheit „der Anderen“ zu achten haben.

In diesem Sinne wünschen wir allen einen wunderschönen Sommer in angenehmer wohltuender Gesellschaft, Martina Kotzina und das Team von Esperanza

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Themen im Juni 2010
E  Vorbild Hagenbeck (D): Wege aus der Einsamkeit
S  Internetforum „Kinder und Tiere“
P  Angst vor Spinnen?
E  Hahnenkämpfe auf Bali
R  Ausflug ins Wunderland Waldviertel
A  Katzenbabyflut
N  Newsletter – In eigener Sache!
Z  Buchrezension: So schmecken Wildpflanzen
A  Wichtig: Rechtliche Hinweise


Vorbild Hagenbeck (D): Wege aus der Einsamkeit

Im letzten Jahr beglückte der Hamburger Verein „Wege aus der Einsamkeit“ 40 Hamburger Senioren mit einer Patenschaft für die Elefantendame „Mala“ im Tierpark Hagenbeck. Regelmäßige Besuche bei ihrem Patentier lockten die betagten Leute ein Jahr lang zu ausgedehnten Spaziergängen an die frische Luft. Diese Ausflüge stärkten ihre sozialen Kontakte und in ihrem Patentier fanden sie wohl immer eine Zuhörerin. Zugleich wurde damit auch ein wichtiger Beitrag zur Pflege von Mala und den anderen Elefanten in Hagenbeck geleistet.

Was wir uns von den imposanten Tieren abschauen können: Elefanten werden bis zu ihrem Lebensende geduldig von ihrer Herde begleitet und auch im hohen Alter von ihren Artgenossen in der Gemeinschaft akzeptiert und respektiert.

Internetforum „Kinder und Tiere“

Webtipp: Eltern und Lehrkräfte können nun in einem Diskussionsforum regen Erfahrungsaustausch zum Thema „Kinder und Tiere“ pflegen. Unter www.kinder-und-tiere.de lassen sich auch praktische Tipps zu Tierhaltung und Pflege, umfassende Informationen zum Einsatz von Tieren in der Therapie, aktuelle Forschungsergebnisse, kostenlose Schulmaterialien und ein Verzeichnis für kindergerechte Tierseiten im Internet finden.

Angst vor Spinnen?

Dieser vierstündige Workshop des „Tiergarten Schönbrunn“ kann für Menschen mit Spinnenangst der erste Schritt in eine angstfreie Zukunft sein. Die TeilnehmerInnen werden von der Psychotherapeutin Mag. Astrid Herbst und dem Aquarien-Terrarienkurator Anton Weissenbacher behutsam an das Thema herangeführt. In entspannter Atmosphäre und im Austausch mit „Leidensgenossen“ lernen sie ihre Spinnenangst im Alltag zu bewältigen.

Kosten: € 140.– pro Person (Mindestalter 18 Jahre)
Nächste Termine: 24. Juli, 28. August und 18. September 2010
www.zoovienna.at

Hahnenkämpfe auf Bali

Bali ist ein schönes Urlaubsziel, wie auch Eva Wolmersdorfer aus dem pädagogischen Team nun bestätigen kann. Doch sie war schockiert über die vielen Hähne, die dort in der prallen Sonne in Käfigen leiden müssen. Auch andere TouristInnen berichteten über die grausame Behandlung der Tiere und über Hahnenkampfveranstaltungen, die Teil der balinesischen Tieropfer-Tradition sind und bei denen unbedingt viel Blut fließen muss, um die Dämonen zu besänftigen. Andernfalls geraten nach Meinung der Balinesen die Menschen in Kampflust und werden von einem Blutrausch befallen, der sie gegeneinander kämpfen lässt.

Der Hahnenkampf als Wettveranstaltung ist auf Bali seit Anfang der 80er-Jahre verboten, erfreut sich aber immer noch großer Beliebtheit – wie auch auf den Philippinen, in Mexiko, den USA und auch in einigen Ländern Europas. Liebhaber dieser Kämpfe argumentieren gerne, dass diese weit weniger grausam seien als die in Europa betriebene Massen-Masthuhnhaltung in Tierfabriken.
Gegen die können wir allerdings protestieren: www.vgt.at

Ausflug ins Wunderland Waldviertel

Mit dem Kunstmuseum und dem „Park des Staunens“ hat das Künstlerpaar Heide und Makis Warlamis einen Schatz mitten im Waldviertel geschaffen. Beide wollen möglichst viele Menschen für die Kunst gewinnen und der Lebensfreude Raum schenken.

Am 27. Juni von 11.00 bis 17.00 Uhr geben sie im Skulpturenpark ein fantasievolles Fest für Kinder unter dem Motto: „Wir bauen eine Stadt – Wir malen Kleider – Wir gestalten unsere Zeichen“:
Kinder-Kunst-Festival, Mühlgasse 9-11, 3943 Schrems, www.daskunstmuseum.at

Katzenbabyflut

Immer wieder kommt unsere Tierpflegerin Melanie Bauer in die Situation, Kätzchen, die Menschen lästig geworden sind, vor dem sicheren Tod retten zu müssen. Etwa zweimal im Jahr ist allerdings mit einer kaum bewältigbaren „Katzenbabyflut“ zu rechnen.

Melanie berichtet: Jetzt im Frühjahr ist es wieder so weit – in jeder Zeitung und auf Aushängen im Supermarkt ist zu lesen „Katzenbabys zu verschenken“. Kaum jemand weiß, dass es laut österreichischem Tierschutzgesetz bereits seit fünf Jahren Pflicht ist, seine Freigängerkatzen kastrieren zu lassen (siehe: www.streunerkatzen.org/kastrationspflicht2.pdf) – und das aus gutem Grund: Mal davon abgesehen, dass nach wie vor zahlreiche unerwünschte Kätzchen ertränkt oder erschlagen werden, oder in den ohnehin schon überfüllten Tierheimen landen, sind unkastrierte Katzen vielen Gefahren ausgesetzt und erreichen ein deutlich niedrigeres Alter als ihre kastrierten Kollegen.

Wer eine Streunerkatzenpopulation kastrieren lassen oder gerettete Kitten aufnehmen will, kann sich an einen der vielen in Österreich tätigen Katzen- und Tierschutzvereine wenden:
www.katzenhilfe-mostviertel.at, www.cats-dogs.at, www.streunerkatzen.org

Newsletter – In eigener Sache!

Die Anzahl unserer Newsletter verringert sich auf vier Ausgaben pro Jahr, der Qualität bleiben wir treu und die Themen sind für Sie hoffentlich weiterhin interessant.

Buchrezension: So schmecken Wildpflanzen

In unseren Gärten, Wiesen und Wäldern wachsen wahre Aroma-Wunder, die nur darauf warten, für ihren Einsatz in der Küche entdeckt zu werden. Wie Gundelrebe, Hagebutte & Co für unvergleichlichen Genuss sorgen, weiß Meisterkoch Meinrad Neunkirchner, der in seinen Gerichten ganz auf die geschmackliche Vielfalt der essbaren Wildpflanzen setzt. Gemeinsam mit der Kulinarik-Journalistin und Food-Bloggerin Katharina Seiser zeigt er in diesem Kochbuch, wie Sie mit natürlichen Aromen einfache Gerichte in fantastische Geschmackserlebnisse verwandeln können. Mit hosentaschentauglichem Wegbegleiter für Ausflüge in die nahe Wildnis.

Meinrad Neunkirchner, Katharina Seiser: So schmecken Wildpflanzen. 144 Rezepte.
Löwenzahn Verlag, 2010.

Weitere Mediaempfehlungen finden Sie unter „Mediainfos“ auf unserer Website.

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IMPRESSUM
Medieninhaberin: ESPERANZA, Mag. Martina Kotzina – Redaktion: viennAventura, Mag. Priska Steger

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