Vom Zu viel und Zu wenig
Der Newsletter 1/11 von Esperanza

Liebe Freundinnen und Freunde der tierunterstützten Pädagogik!

Wir haben Ihnen unseren aktuellen Newsletter lange vorenthalten. Wir wollen uns dafür entschuldigen. Entgegen unseres Vorhabens Ihnen Informationen zu den weiten Themenkreisen „(Junger) Mensch, Tier, Umwelt und Gesellschaft“ regelmäßig zukommen zu lassen, hat uns die Wirklichkeit überholt und sich wie ein großer Berg vor uns gestellt.

Ein Berg, der aus Ereignissen, Eindrücken, Betroffenheiten und Erlebnissen bestand.

Fassungs- und zunächst sprachlos hat uns die Katastrophe in Japan gemacht, die trotz der zeitlichen Distanz nichts an Brisanz verloren hat, weil sie wie ein situatives Mahnmal zum sensiblen und sorgsamen Umgang mit Natur und deren Lebewesen wirkt. Viele Gespräche haben wir mit unseren Kindern und Jugendlichen zum Thema Atomkraft geführt, um letztlich immer in den Fragen zu enden: „Wie sorgsam und bewusst bzw. verschwenderisch bin ich selbst im Umgang mit Ressourcen und Energie? Worauf kann/möchte/müsste ich verzichten?“

Die Dürre und Hungersnot am Horn von Afrika hat uns ebenfalls sehr nachdenklich und sehr traurig gemacht. Und zu vielen Gesprächen und Reflexionen Anlass gegeben, wie wir als Einrichtung respektvoll und verändernd dem Unrecht, der Ungerechtigkeit und der Ungleichheit auf der Erde begegnen können.

Am Hof von Esperanza geht alles seinen (gewohnten) Lauf, wenngleich der Sommer sehr arbeits- und abenteuerintensiv war und auch einige Veränderungen brachte. Es gibt einige neue Arbeits- und Schulsituationen für unsere Jugendlichen, neue Tierbewohner sind eingezogen (vieles können Sie auf unserer Website unter „News“ nachlesen) und unser Sommerfest – das uns in den Vorbereitungen manchmal zum Schnaufen bringt – war wieder ein krönender und lohnender Höhepunkt des Esperanza-Jahres.

Viele Eindrücke können viele Ausdrücke haben. Viele Eindrücke können aber auch in Schach halten und Zeit binden. Das ist uns in den letzten Monaten passiert.

Wir freuen uns umso mehr, dass wir den Berg vorläufig umrundet haben und Ihnen unseren aktuellen Newsletter schicken dürfen.

Einen Spätsommer und Herbst voller Farben und Sonnenstrahlen und Antworten auf viele Fragen, wünschen Ihnen und uns,
Martina Kotzina und das Team von Esperanza

P.S.: Wenn Sie daran interessiert sind, den Esperanza Newsletter regelmäßig zu erhalten, tragen Sie sich doch bitte in unseren Verteiler ein.


Themen im September 2011
E  Esperanzafest
S  Theater der Unterdrückten
P  Europäisches Jahr der Freiwilligentätigkeit 2011
E  Kinder-Waldoper
R  Bienensterben
A  Lehren aus Japan
N  Das stärkste Tier
Z  Buchrezension: Faszinierende Fische
A  Wichtig: Rechtliche Hinweise



Esperanzafest

Am 27.6.2011 fand unser – mittlerweile Tradition gewordener – „Tag der offenen Tür“ statt. Er war auch diesmal ein voller Erfolg! Viele Erwachsene und – was uns besonders gefreut hat – sehr viele Kinder und Jugendliche sind unserer Einladung gefolgt und haben mit uns den Tag genossen. Besonderes Highlight war die Aufführung unseres Theaterstücks „Nach Bremen“. Die Band MostFunkUnit rockte in unserem Hof bis in die späte Nacht hinein. Ein schönes Fest! Zahlreiche Fotos finden Sie in der Fotogalerie oder unter den News auf unserer Website.


Theater der Unterdrückten

Ebenfalls Tradition geworden ist die Aufführung eines Theaterstücks bzw. die Arbeit unserer Esperanza-Theatergruppe. Die Gruppe, die mittlerweile ein hohes Maß an Spielfreude und Ausdruckskunst erreicht hat, besteht aus PädagogInnen und Jugendlichen von Esperanza und arbeitet seit 5 Jahren zusammen. Sie hat unter der Leitung unserer Theaterpädagogin Dagmar Ransmayr fünf Stücke selbst entwickelt und zur Aufführung gebracht.

Die Theatertechnik bzw. Methodenreihe, nach der die Gruppe arbeitet bzw. in Impro-Arbeit trainiert, ist das „Theater der Unterdrückten“, eine Theaterform, die vom (leider 2009 verstorbenen) brasilianischen Theatermacher Augusto Boal entwickelt und nach Europa gebracht wurde. Boal kombinierte Kunst und Selbsterfahrung mit gesellschaftlichem Probehandeln. Das Theater der Unterdrückten bietet Möglichkeiten der Aktivierung von im Alltag oft unterdrückten oder vernachlässigten sozialen und kommunikativen Ressourcen in der spielerischen, ästhetischen und theatralen Begegnung von Menschen.

Das Theater soll sich nicht nur mit der Vergangenheit beschäftigen, sondern ebenso mit der Zukunft und deren Möglichkeiten. Dabei ist der Dialog im Zusammenspiel zwischen Regisseurin und den Teilnehme­den zentraler Bestandteil. Nicht die Gruppenleiterin bestimmt die Inhalte der Szenen und Theaterstücke, sondern die SpielerInnen setzen die thematischen Schwerpunkte. Um Theater der Unterdrückten handelt es sich also, wenn alle als potentielle Schauspieler betrachtet werden, wenn die Fragen und Herausforderungen, die durch den Druck, der auf den Menschen lastet, dialogisch und gleichberechtigt behandelt werden und es auch das Ziel des gemeinsamen Prozesses ist, den (inneren und äußeren) Druck zu vermindern. Im Dialog und im Spiel entsteht Neues und Unvorhersehbares. Im Kontakt zum Publikum wird der kreative Impuls weiter getragen.

Nähere Infos: www.spectact.at/files/newsletter/Wurzeln,_Auswuechse_und_neue_Triebe_.pdf


Europäisches Jahr der Freiwilligentätigkeit 2011

Kein Tag der offenen Tür und wenige außergewöhnliche Aktivitäten wären auf Esperanza möglich, wenn es nicht die vielen freiwilligen Hände gäbe, die uns das ganze Jahr über und ganz besonders beim Esperanzafest so tatkräftig unterstützen. Auch viele unbezahlte Arbeitsstunden, die am Hof geleistet werden, machen unser Zusammenleben so speziell und familienähnlich.

Die Europäische Union hat das Jahr 2011 zum Jahr der Freiwilligentätigkeit erklärt und somit viele in diesem Zusammenhang stehende Aspekte und Überlegungen in den Mittelpunkt der Diskussion gestellt wie beispielsweise eine Sensibilisierung für den großen Wert und die Bedeutung der Freiwilligentätigkeit.

Esperanza möchte an dieser Stelle allen Freiwilligen, die für den Hof so wertvoll und wichtig sind, ganz herzlich danken!


Kinder-Waldoper

In den Wäldern unserer Erde sieht es alles andere als rosig aus: Vor allem auf der Südhalbkugel verschwinden täglich Waldflächen in der Größe von 35 Fußballfeldern. Die UNO hat 2011 zum Internationa­len Jahr des Waldes erklärt. Seither laufen auch in Österreich zahlreiche Aktivitäten (auch für Kinder- und Jugendliche), die diesen wichtigen Lebensraum in den Mittelpunkt stellen und Bewusstsein für den Erhalt der Wälder schaffen wollen.

So wurde beispielsweise auf Initiative des österreichischen Lebensministeriums „Hänsel und Gretel“ umgeschrieben und altersgerecht mit Waldthemen und waldpädagogischen Elementen verknüpft. Neben den klassischen Singelementen wurde die romantische Oper von Engelbert Humperdinck auch um viele interaktive Elemente erweitert. Die Waldoper, die rund 50 Minuten dauert, bietet viele kindgerechte Informationen über den Wald, wie zum Beispiel den Beitrag der heimischen Forstwirtschaft für den Klimaschutz. Auch das Thema „Richtiges Verhalten im Wald“ kommt nicht zu kurz.

Die Waldoper ist mittlerweile die erfolgreichste Kinderoper Österreichs. Ein paar Termine gibt es noch:
www.jahrdeswaldes.at/jdw/aktivitaeten/aktivitaeten-national/Kinder-Waldoper-des-Lebensministeriums


Bienensterben

Lautlos sterben weltweit Milliarden von Bienen und unsere gesamte Nahrungskette ist in Gefahr. Wissenschaftler machen bestimmte toxische Pestizide dafür verantwortlich und vier europäische Regierungen haben diese bereits verboten. Ein weltweites Verbot einer bestimmten Gruppe von Pestiziden könnte die Bienen vor dem Aussterben retten. Ein Verbot des Gifts (in vier europäischen Ländern) führte zu einer Erholung einzelner Bienenvölker. Mächtige Chemiekonzerne betreiben jedoch aufwändige Lobbyarbeit, damit der Verkauf dieser Gifte weiterhin erlaubt bleibt.

Ein weltweiter Aufruf für ein Verbot dieser tödlichen Pestizide in den USA und der EU, wo eine große Debatte läuft, könnte zur Folge haben, dass Regierungen anderer Länder nachziehen. Das Avaaz Netzwerk ruft zum Unterschreiben einer Petition auf: www.secure.avaaz.org/de/save_the_bees


Lehren aus Japan

In Japan wurden nach der Katastrophe im März diesen Jahres 37 der 54 AKWs von einem Tag auf den anderen vom Netz genommen – und Japan kommt klar! Ohne Importe, ohne dramatische Einschränkun­gen, ohne Blackouts. Was immer als Unmöglichkeit genannt wird, ist hier plötzlich möglich. Wie das geht? Durch viel Information und die Bereitschaft der BürgerInnen, spontan und kreativ zu reagieren.

Alle 5 Minuten werden in Japan über sämtliche Medien Informationen über Erzeugung und Verbrauch des Stroms verbreitet. Wenn sich der Verbrauch einer kritischen Grenze nähert, die für ein stabiles Netz benötigt wird, dann ist es an der Bevölkerung, alle unnötigen Geräte abzuschalten, Krawatte und Sakko auszuziehen und die Klimaanlage runter zu drehen. Unterstützt wird dies von der Regierung, die z. B. einen Wettbewerb für Stromsparideen ausgerufen hat.

Eine ausführliche Analyse zur Situation finden Sie unter: www.climateblog.ch/2011/08/25/
Konkrete Tipps zum Stromsparen: reset.to/act/elf-tipps-zum-energiesparen-haushalt-büro-und-küche


Das stärkste Tier

„Was ist das stärkste Tier“, fragt ein kleiner Freund von Esperanza uns als TierkennerInnen. „Klar! Der Elefant“, tippen wir. „Oder der Wal?“ „Die Ameise“, meinen die unter uns, die in Relationen denken. „Falsch“, sagt unser 8-jähriger Freund und Nachwuchs-Zoologe und grinst wissend: „Es ist die blinde Hornmilbe. Sie ist unter einem Millimeter groß, kann aber das 1200-fache ihres Gewichtes halten.“

Da soll noch jemand sagen, dass Größe ausschlaggebend ist!
http://www.vol.at/engine.aspx/page/article-detail/cn/news-20070821-05163835


Buchrezension: Faszinierende Fische

Schlafen Fische? Trinken Fische Wasser? Warum frieren Fische nicht ein? Solche und andere spannende Fragen rund um die Fische und ihre Umwelt beantwortet Patricia Holm in ihrem reich illustrierten Buch.

Fische gehören zu den faszinierendsten Bewohnern unserer Wasserwelt und haben für Menschen auch eine große wirtschaftliche Bedeutung. Die Autorin vermittelt die fischbiologischen Grundlagen und geht der vielfältigen Bedeutung der Fische für die Menschen nach – von der professionellen über die Freizeitfischerei, dem Fisch auf dem Tisch bis zu Aquaristik, Tauchsport und Aquakultur. Zudem fragt sie auch nach der Zukunft und zeigt Folgen des Klimawandels, der Lebensraumveränderungen und der Wasserverschmutzung für die Fische auf.

Faszinierende Fische. Biologie, Bedeutung und Zukunft. Patrizia Holm, Haupt Verlag 2010.

Weitere Mediaempfehlungen finden Sie unter „Mediainfos“ auf unserer Website.


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IMPRESSUM
Medieninhaberin: ESPERANZA, Mag. Martina Kotzina

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© ESPERANZA – Zentrum für tiergestützte Pädagogik
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